Kategorie: Blog

  • Das St. Galler Management-Modell unterstützt den Permawandel

    In einer Welt voller Dynamik, Unsicherheit und wachsender Komplexität suchen Unternehmen nach Orientierung, um permanent Veränderungen zu meistern. Das St. Galler Management-Modell (SGMM) etabliert sich sich seit seiner Entstehung an der Universität St. Gallen in den 1960er Jahren als wissenschaftlich fundiertes Referenzmodell. Es bietet eine strukturierte Denkweise, um Organisationen in ihrer Komplexität zu verstehen, zu gestalten und erfolgreich weiterzuentwickeln.

    Der Ursprung und Entwicklung

    Das St. Galler Management-Modell (SGMM) wird in den 1960er Jahren von Hans Ulrich an der Universität St. Gallen entwickelt. In den 1980er und 1990er Jahren ergänzen Knut Bleicher, Rolf Wunderer und Fredmund Malik die strategische und kulturelle Dimensionen. Die jüngsten Überarbeitung passt das Framework an die Herausforderungen des digitalen Zeitalters an und erweitert die Perspektiven Digitalisierung, Globalisierung und Nachhaltigkeit.

    Die drei Grundkategorien des SGMM im Detail

    Das St. Galler Management-Modell gliedert sich in drei zentrale Kategorien und ermöglichen eine ganzheitliche Sichtweise auf Organisationen:

    1. Umweltsphären

    Organisationen stehen in einem ständigen Austausch mit ihrer Umwelt. Die Umweltsphären (Gesellschaft, Natur, Technologie, Wirtschaft) zeigen den Einfluss externe Entwicklungen auf das Unternehmen.

    2. Anspruchsgruppen (Stakeholder)

    Die Analyse der relevanten Anspruchsgruppen, ihrer Erwartungen und Interessen (z. B. Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten, Eigentümer) wird in die Strategien integriert.

    3. Interaktionsthemen

    Zentralen Themen der Wechselwirkungen zwischen Unternehmen und Umwelt: Ressourcen (z. B. Kapital, Wissen), Normen und Werte (z. B. Ethik, Unternehmenskultur) sowie Anliegen und Interessen (z. B. Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung) sind hier im Veränderungsfokus.

    Die Ordnungsmomente und Prozesse

    Ergänzend zu diesen Grundkategorien bietet das SGMM sogenannte Ordnungsmomente, die die interne Struktur des Unternehmens beschreiben:

    • Strategie (Wohin wollen wir?)
    • Strukturen (Wie sind wir organisiert?)
    • Kultur (Wie leben wir zusammen?)

    Diese Ordnungsmomente bilden das Gerüst für die Steuerung des Unternehmens und müssen kontinuierlich mit der Umwelt abgeglichen werden. Die Managementprozesse (normativ, strategisch und operativ) sind das Steuerungsinstrument, um Wandel zu gestalten und die Organisation neu zu designen

    Weiterentwicklung des St. Galler Management-Modells

    Seit seiner ursprünglichen Entwicklung in den 1960er Jahren wurde das St. Galler Management-Modell mehrfach weiterentwickelt und aktualisiert. Besonders relevant ist die Neuauflage von Johannes Rüegg-Stürm (2003, 2015) und später in Zusammenarbeit mit Simon Grand und reagiert damit auf reagiert auf Digitalisierung, Globalisierung und Nachhaltigkeit. Im Fokus stehen dabei:

    • Dynamische Interaktion: Das Modell betont stärker die wechselseitige Beeinflussung zwischen Organisationen und ihrer Umwelt, sodass Unternehmen noch flexibler auf Veränderungen reagieren können.
    • Kultur- und Werteorientierung: Mit dem zunehmenden Fokus auf Unternehmenskultur, Ethik und Nachhaltigkeit werden kulturelle Aspekte als entscheidende Treiber für Veränderung und Innovation bearbeitet.
    • Agilität und Ambidextrie: Integrierte Konzepte wie Agilität und die Fähigkeit, gleichzeitig Stabilität und Flexibilität (Ambidextrie) zu gewährleisten, bieten eine weitere Betrachtungsebene.
    • Integration von Digitalisierung und Netzwerken: Die Bedeutung von digitalen Technologien, Ökosystemen und Netzwerken wird explizit betont und auf digitale Geschäftsmodelle im Wandel geprüft.

    Das Vorgehen

    Das St. Galler Management-Modell bietet eine strukturierte Vorgehensweise, die Organisationen dabei unterstützt, komplexe Herausforderungen systematisch anzugehen. Methodisch startet man mit einer Umfeldanalyse: Hierbei werden die vier Umweltsphären (Technologie, Wirtschaft, Gesellschaft und Natur) sowie die relevanten Anspruchsgruppen identifiziert und deren Einfluss auf das Unternehmen untersucht. Im nächsten Schritt erfolgt eine Analyse der Interaktionsthemen (Ressourcen, Normen und Werte, Anliegen und Interessen), um potenzielle Spannungsfelder zu erkennen. Anschließend werden die Ordnungsmomente (Strategie, Strukturen und Kultur) reflektiert, um die interne Organisation mit den externen Herausforderungen abzugleichen. Auf Basis dieser Analysen entwickelt man in einem iterativen Prozess konkrete Managementprozesse (normativ, strategisch und operativ), die als Steuerungsinstrumente für die Umsetzung dienen.

    Zunächst erfolgt eine ganzheitliche Umweltanalyse, die systematisch die vier Umweltsphären (Technologie, Wirtschaft, Gesellschaft, Natur) untersucht. Relevante Trends, Risiken und Chancen werden identifiziert und auf Impact auf das Unternehmen untersucht. Parallel dazu erfolgt eine detaillierte Stakeholder-Analyse, die die relevanten Anspruchsgruppen und ihre Bedürfnisse, Erwartungen sowie potenzielle Konflikte erfasst.

    Darauf aufbauend werden die Interaktionsthemen analysiert – dazu gehören Ressourcen (z. B. finanzielle, personelle und technologische Mittel), Normen und Werte (z. B. ethische Leitlinien, Unternehmenskultur) sowie Anliegen und Interessen der Stakeholder. Durch diese Analyse wird die Wechselwirkungen zwischen Unternehmen und Umwelt besser verstanden.

    Im Anschluss daran richtet sich der Fokus auf die Ordnungsmomente: Hier werden Strategie (Zukunftsbild und Zielsetzungen), Strukturen (Aufbau- und Ablauforganisation) und Kultur (geteilte Werte, Führungsprinzipien) systematisch betrachtet und aufeinander abgestimmt. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, die Ordnungsmomente so auszurichten, dass sie die identifizierten externen Herausforderungen und internen Potenziale optimal adressieren.

    Abschließend werden die Managementprozesse operationalisiert (OKR´s):

    • Normative Prozesse schaffen einen langfristigen Orientierungsrahmen und definieren Leitlinien (Vision, Mission, Werte).
    • Strategische Prozesse gestalten den Weg zur Zielerreichung (z. B. Marktanalysen, Wettbewerbsstrategien, Ressourcenausrichtung).
    • Operative Prozesse sichern die Umsetzung im Tagesgeschäft und die kontinuierliche Steuerung (z. B. Performance Management, Controlling).

    Das iterative und vernetzte Vorgehen stellt sicher, dass der Change Teil des gesamten Organisationssystems ist und unterstützt Führungskräfte, Zusammenhänge zu erkennen, Prioritäten zu setzen und Veränderungsinitiativen nachhaltig kulturell zu verankern.

    Was ändert sich im methodischen Vorgehen durch die Weiterentwicklung?

    Durch die Weiterentwicklung wird das methodische Vorgehen dynamischer und stärker auf Komplexität und Vernetzung ausgerichtet. Während die klassische Variante oft als lineares Vorgehen mit Analyse, Planung und Umsetzung beschrieben wurde, betont die neue Version iterative Schleifen, Feedbackmechanismen und die parallele Betrachtung von Stabilität und Wandel.

    Neu hinzugekommen Betrachtungsmomente sind insbesondere:

    • Mehrfachperspektive und Vernetzung
      • Das Modell legt noch mehr Wert auf die gleichzeitige Betrachtung von Umwelt, Anspruchsgruppen und Interaktionsthemen, was zu einer stärkeren Integration führt. Das heißt: Unternehmen werden ermutigt, verschiedene Perspektiven systematisch zusammenzuführen und nicht nur eine „Top-down“-Sicht einzunehmen.
    • Fokus auf dynamische Umwelten
      • Statt einer statischen Analyse steht jetzt die Frage im Vordergrund: Wie verändern sich die Umwelten kontinuierlich, und wie wirken diese Veränderungen auf Strategie, Strukturen und Kultur? Unternehmen werden dadurch befähigt, schneller auf neue Trends und Herausforderungen zu reagieren.
    • Iteratives, agiles Vorgehen
      • Das neue Modell fördert eine agile Denkweise. Das bedeutet: Hypothesen entwickeln, Maßnahmen pilotieren, evaluieren und anpassen. Das Vorgehen ist nicht starr sondern erlaubt eine bessere Anpassung an eine volatile Geschäftswelt.
    • Betonung von Kultur und Sinnstiftung
      • Kultur und geteilte Werte werden noch stärker als Treiber und gleichzeitig als potenzielles Hindernis für Veränderung betrachtet. Eine Kulturdiagnose ist integralen Bestandteil jeder Changebemühung.

    Insgesamt führt die Weiterentwicklung des Modells dazu, dass das methodische Vorgehen mehr zirkulär, dynamisch und vernetzt gedacht wird

    Relevanz für den permanenten Wandel

    Das SGMM bietet eine wertvolle Grundlage für Changeinitiativen und betrachtet Veränderungen nicht isoliert, sondern im gesamten Ökosystem. Es zeigt, wie interne Strukturen, Kultur und Strategie mit externen Einflüssen und Stakeholdern verzahnt sind – eine Perspektive, die laut Studien von Capgemini (2023) und McKinsey (2022) die Erfolgsquote von Changeinitiativen deutlich steigert und hilft die Komplexität von Organisationen zu verstehen.

  • Change that Works:

    Change that Works:

    Changemanagement ist in der heutigen dynamischen und komplexen Geschäftswelt ein unverzichtbares Instrument für Unternehmen, um sich erfolgreich an Veränderungen anzupassen. Ob technologische Innovationen, Marktveränderungen oder interne Umstrukturierungen – ein effektives Changemanagement ermöglicht es Organisationen, Wandel proaktiv zu gestalten und Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen.

    Der permanente Wandel als neue Normalität

    Der permanente Wandel ist längst keine vorübergehende Ausnahme mehr, sondern die neue Normalität, mit der Unternehmen und Führungskräfte sich auseinandersetzen müssen, um langfristig erfolgreich zu bleiben. Digitalisierung, disruptive Geschäftsmodelle und sich stetig verändernde Kundenbedürfnisse zwingen Organisationen dazu, sich kontinuierlich anzupassen. Führungskräfte stehen dabei vor der Herausforderung, gleichzeitig das Tagesgeschäft stabil zu steuern und zukunftsgerichtete Veränderungsinitiativen voranzutreiben. Das erfordert eine hohe Veränderungskompetenz, ein agiles Mindset und eine Organisation, die Veränderungen nicht nur toleriert, sondern als Teil ihrer DNA versteht.

    Changediagnostik zum Einstieg

    Changediagnostik ist ein essenzielles Instrument, um den Ausgangszustand einer Organisation vor Beginn eines Change-Prozesses systematisch zu erfassen. Sie umfasst die Analyse von Veränderungsbereitschaft, Organisationskultur, Führungsstrukturen, Ressourcenverfügbarkeit und potenziellen Widerständen. Ziel ist es, die individuellen Voraussetzungen und Barrieren zu identifizieren, die eine erfolgreiche Transformation beeinflussen. Wissenschaftliche Methoden wie Mitarbeiterbefragungen, Interviews, Netzwerkanalysen oder Kulturassessments helfen, ein realistisches Bild der Organisation zu zeichnen.

    Mit den richtigen Strategien zu einer Erfolgsquote von 88 %

    Wie lässt sich diese Erfolgsquote von 88 % im Change Management realisieren? Erfolgsmessungen, trukturiertes Changecontrolling mit Kennzahlen und Feedbackschleifen und Meilensteine sind essenziell: Was läuft gut? Wo gibt es noch Widerstände? Welche Anpassungen sind notwendig? Laut der Prosci Benchmark-Studie (2023) erzielen Projekte mit exzellentem Change Management eine Erfolgsquote von 88 %, während schlecht umgesetzte Programme nur 13 % schaffen.

    Erfolgreicher permanenter Change integriert folgendes:

    1. Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
      Ein erfolgreicher Change braucht ein Changeboard, das Klarheit verschafft zu Themen wie: Wer führt den Prozess? Wer kommuniziert? Wer begleitet die Teams? Eine transparente Zuordnung von Rollen – inklusive eines engagierten Change-Teams – schafft Orientierung, Beteiligung und Verbindlichkeit.
    2. Frühe und kontinuierliche Kommunikation vonVeränderungstreibern
      Kommunikation ist Key. Das bedeutet: rechtzeitig und transparent über die Ziele, Hintergründe und Auswirkungen der Veränderung informieren – und dies während des gesamten Prozesses konsequent wiederholen und alle Zielgruppen einbinden.
    3. Engagement und Unterstützung des Top-Managements, der Changeagenten, Stakeholder und des Changeboards
      Führungskräfte müssen als Vorbilder agieren und den Wandel aktiv unterstützen. Die sichtbare Beteiligung aller Zielgruppen ist ein Schlüsselfaktor für die Akzeptanz und Motivation der Mitarbeitenden.
    4. Individuelle Begleitung der Mitarbeiter
      Jeder Mitarbeiter erlebt Veränderung anders. Trainings, Coachings und individuelle Unterstützungsangebote (z. B. Feedbackgespräche) helfen, Unsicherheiten zu reduzieren und neue Kompetenzen aufzubauen.
    5. Anpassungsfähigkeit und Flexibilität
      Erfolgreiche Change-Projekte sind dynamisch. Agiler Change bedeutet, dass Organisationen, die flexibel auf Widerstände und unerwartete Hindernisse reagieren, ihre Erfolgsquote deutlich erhöhen. Das bedeutet: regelmäßig evaluieren, Feedback einholen und die Maßnahmen anpassen.
    6. Integration von Change-Management-Methoden
      Um individuelle Veränderungsreise der Mitarbeitenden zu begleiten, muss es Teil der Veränderungsarbeit sein:
    • Awareness (Bewusstsein schaffen)
    • Desire (Wunsch zur Veränderung fördern)
    • Knowledge (Wissen und Fähigkeiten bereitstellen)
    • Ability (praktische Umsetzung ermöglichen)
    • Reinforcement (Veränderung festigen).
    1. Kontinuierliche Erfolgskontrolle
      Erfolgsmessungen und Meilensteine sind essenziell: Was läuft gut? Wo gibt es noch Widerstände? Welche Anpassungen sind notwendig? Hier hilft ein strukturiertes Projektcontrolling mit OKR´s und Feedbackschleifen.
    2. Umgang mit Widerständen in Changeprozessen: Widerstände sind ein natürlicher Bestandteil von Changeprozessen – sie zeigen, dass Mitarbeiter sich mit den Veränderungen auseinandersetzen. Erfolgreiches Changemanagement berücksichtigt diese Widerstände von Anfang an, indem es sie nicht als Hindernis, sondern als Chance zur Verbesserung versteht. Entscheidend ist es, frühzeitig zuzuhören und die Ursachen für Ängste und Unsicherheiten ernst zu nehmen: fehlende Informationen, unklare Perspektiven oder Angst vor Arbeitsplatzverlust sind häufige Gründe. Transparente Kommunikation, regelmäßiger Austausch und die aktive Einbindung der Betroffenen in den Veränderungsprozess helfen, Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Führungskräfte sollten Widerstände als Feedbackquelle nutzen, um den Change-Prozess kontinuierlich anzupassen und gleichzeitig eine offene, wertschätzende Kultur zu fördern. Indem man Widerstände ernst nimmt und konstruktiv adressiert, können Unternehmen die Akzeptanz und letztlich den Erfolg ihrer Veränderungsprojekte nachhaltig steigern.

    Den Wandel gestalten

    Changemanagement bezeichnet die strukturierte Planung, Umsetzung und Begleitung von Veränderungen innerhalb einer Organisation mit dem Ziel, einen definierten Soll-Zustand effizient und nachhaltig zu erreichen. Dabei steht nicht nur die technische oder prozessuale Veränderung im Fokus, sondern insbesondere die menschliche Komponente – also die Akzeptanz und Unterstützung der Mitarbeiter für den Wandel.

    Transformation und Changemanagement: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

    Transformation bezeichnet tiefgreifende, strategische Veränderungen, die eine Organisation grundlegend neu ausrichten und ihre Kultur, Struktur oder Geschäftsmodelle nachhaltig verändern. Im Gegensatz dazu ist Changemanagement die strukturierte Begleitung und Steuerung von Veränderungen, die oft auch kleinerer Natur sein können. Während Changemanagement auf die Umsetzung konkreter Maßnahmen fokussiert ist, geht Transformation darüber hinaus: Sie betrifft das Selbstverständnis einer Organisation, ihre Werte und ihre Vision. Transformation verlangt oft eine umfassende Neuausrichtung und eine Kulturveränderung, die das Unternehmen fit für die Zukunft macht. Changemanagement wiederum stellt sicher, dass diese Veränderungen geplant, kommuniziert und erfolgreich im Alltag verankert werden. Beide Ansätze sind eng miteinander verknüpft: Transformation braucht Changemanagement als methodische Grundlage, um die komplexen Veränderungen überhaupt umsetzen und nachhaltig etablieren zu können.

    Balanceakt zwischen Tagesgeschäft und Transformation meistern

    Organisationen scheitern oft an multiplen Transformationen, weil Ressourcenkonflikte, Change-Fatigue und sinkende Umsetzungsqualität den Wandel erschweren. Führungskräfte kämpfen dabei häufig mit widersprüchlichen Prioritäten und überlasteten Teams. Die heutige Geschäftswelt verlangt jedoch, gleichzeitig das Tagesgeschäft zu führen – und tiefgreifende Transformationsprozesse voranzutreiben, um zukunftsfähig zu werden und zu bleiben.

    Steuerung und Koordination von Veränderungsprozessen

    • Kommunikation: Transparente und frühzeitige Information über geplante Veränderungen, um Unsicherheiten zu minimieren und Vertrauen aufzubauen.
    • Unterstützung: Begleitung der Mitarbeiter durch Schulungen und Coaching, um die notwendigen Kompetenzen für den Wandel zu entwickeln.
    • Monitoring: Kontinuierliche Überwachung des Veränderungsprozesses und Anpassung der Maßnahmen bei Bedarf.
    • Vermittlung zwischen Management und Belegschaft: Veränderungen nicht nur implementieren, sondern auch von den Mitarbeitern getragen werden.

    Die Change-DNA

    Organisationen, die Veränderung bereits in ihre DNA integriert haben, gestalten den Wandel mit einem tiefen Verständnis für die menschlichen Aspekte von Veränderungen. Mindset, klare Kommunikation, konsequente Umsetzung und die aktive Einbindung der Mitarbeiter begreifen diese Unternehmen als Chance für Wachstum und Entwicklung nutzen. Die Change-DNA ist gekennzeichnet durch:

    1. Klare und frühzeitige Kommunikation von Veränderungstreibern
      Unklare oder verspätete Informationen führen zu Gerüchten und Widerstand. Es ist entscheidend, den Veränderungsprozess transparent zu kommunizieren und die Mitarbeiter frühzeitig einzubeziehen.
    2. Konsequente Arbeit an der Adaption
      Halbherzige Veränderungen führen oft zu Verwirrung und Ineffizienz. Sie verlassen alte Strukturen konsequent und etablieren rasch neue Prozesse.
    3. Aktive Einbindung der Mitarbeiter
      Mitarbeiter sollten nicht nur informiert, sondern aktiv in den Veränderungsprozess eingebunden werden. Dies fördert die Akzeptanz und das Engagement für den Wandel.
    4. Laufende Arbeit an der der Unternehmenskultur
      Veränderungen sollten im Einklang mit der bestehenden Unternehmenskultur stehen oder diese bewusst weiterentwickeln. Ein Abgleich der Werte und Normen kann helfen, Widerstände zu minimieren.

    Modelle und Ansätze im Changemanagement

    Verschiedene Modelle bieten strukturierte Ansätze für die Umsetzung von Veränderungsprozessen:

    Kotters 8-Stufen-Modell
    John P. Kotter entwickelte ein Modell mit acht aufeinanderfolgenden Phasen, die von der Schaffung eines Dringlichkeitsgefühls bis zur Verankerung der Veränderungen in der Unternehmenskultur reichen.

    Kotter’s Accelerate-Modell (2014)
    Eine moderne Weiterentwicklung seines klassischen 8-Stufen-Modells: John Kotter reagierte mit diesem Modell auf die gestiegene Dynamik in Märkten und Unternehmen. Es kombiniert eine klassische, hierarchische Organisation (Operating System) mit einem flexiblen „Change-Netzwerk“ (Dual Operating System). Das Netzwerk aus engagierten Mitarbeitenden unterstützt schnelle Innovationen, während die Hierarchie für Stabilität sorgt. So lassen sich Veränderungen schneller und agiler umsetzen.
    Lewins 3-Phasen-Modell
    Kurt Lewin beschreibt den Veränderungsprozess in drei Phasen: Auftauen (Unfreezing), Verändern (Changing) und Einfrieren (Refreezing). Dieses Modell betont die Notwendigkeit, bestehende Strukturen aufzubrechen, bevor neue etabliert werden können.

    McKinsey 7S-Modell

    Dieses Modell betrachtet eine Organisation als ein Zusammenspiel von sieben zentralen Elementen:

    Der Clou: Alle Elemente müssen aufeinander abgestimmt sein, damit eine Veränderung erfolgreich ist. Das Modell hilft Führungskräften, Change-Prozesse ganzheitlich zu planen, indem sie nicht nur die „harten“ Faktoren wie Prozesse und Strukturen, sondern auch die „weichen“ Faktoren wie Kultur und Führungsstil berücksichtigen.

    Kubler-Ross Change Curve
    Ursprünglich aus der Trauerforschung (Elisabeth Kübler-Ross) stammend, wurde diese „Change Curve“ an Changeprozesse angepasst. Sie beschreibt die typischen emotionalen Phasen, die Menschen während einer Veränderung durchlaufen:

    Dieses Modell betont die emotionale Dimension des Wandels. Change Manager nutzen es, um zu verstehen, wie Mitarbeitende auf Veränderungen reagieren, und um entsprechende Unterstützungsmaßnahmen (Kommunikation, Coaching, Training) einzuleiten.

    Das St. Galler Management-Modell

    Im permanenten Wandel bietet das St. Galler Management-Modell eine wertvolle Orientierungshilfe, um Change-Prozesse nicht isoliert, sondern als Teil eines ganzheitlichen Organisationsverständnisses zu gestalten. Es hilft Führungskräften, die vielfältigen Umwelteinflüsse (wie Technologie, Gesellschaft oder Ökonomie) systematisch zu analysieren, um notwendige Anpassungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu steuern. Mit den Ordnungsmomenten „Strategie“, „Strukturen“ und „Kultur“ stellt es sicher, dass nicht nur Prozesse, sondern auch Werte, Denkweisen und Führungsverhalten transformiert werden. Das Modell integriert dabei auch die Perspektive der Anspruchsgruppen und Interaktionsthemen, um Widerstände früh zu identifizieren und Change-Readiness aufzubauen.

    Studien zu erfolgreichen Changemanagementprozessen

    1. Unterstützung durch das Top-Management: Die Carsten Behfeldstudie zeigt, dass 92 % der erfolgreichen Change-Projekte eine starke Unterstützung durch das obere Management aufweisen. Diese Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation der Vision und der Motivation der Mitarbeiter.
    2. Einbindung der Mitarbeiter: Die gleiche Studie betont, dass 72 % der erfolgreichen Veränderungen auf eine aktive Einbindung der Mitarbeiter zurückzuführen sind. Partizipation fördert das Engagement und reduziert Widerstände.
    3. Ehrliche und rechtzeitige Kommunikation: Transparente Kommunikation ist laut der Studie in 70 % der Fälle ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von Change-Prozessen. Sie hilft, Unsicherheiten zu minimieren und Vertrauen aufzubauen.
    4. Individuelle Unterstützung: Die Prosci-Studie zeigt, dass Unternehmen, die aktiv auf Widerstände eingehen und Strategien zur Überwindung einsetzen, eine 88 % Erfolgsquote bei Change-Projekten erreichen. Dabei sind Kommunikation, Leadership und die individuelle Unterstützung entscheidend.
    5. Offener Dialog: Laut McKinsey (2022) scheitern bis zu 70 % der Veränderungsprojekte, weil Widerstände ignoriert oder unzureichend adressiert werden. Unternehmen mit einer Kultur des offenen Dialogs und kontinuierlichen Feedbacks reduzieren diese Quote deutlich. Organisationen, die Change-Prozesse als kontinuierliche Reise und nicht als einmaliges Projekt verstehen, sind bis zu 2,4-mal erfolgreicher als andere.
    6. Eine datengesteuerte Auswertung: Laut Capgemini (2023)über die datengetriebene Organisation-mit Daten den Veränderungserfolg beflügeln zeigt sich , dass Transparenz und die aktive Einbindung der Mitarbeitenden die Akzeptanz signifikant erhöhen (Steigerung der Erfolgsquote um 23 %).

    Studien zum permanenten Wandel in Organisationen

    Zahlreiche Studien belegen, dass permanenter Wandel längst zur neuen Realität von Unternehmen geworden ist. Laut einer Untersuchung von Deloitte (2023) geben über 80 % der Führungskräfte an, dass ihre Organisationen sich in einem Zustand „kontinuierlicher Transformation“ befinden – angetrieben von Digitalisierung, Kundenanforderungen und geopolitischen Entwicklungen. Die Boston Consulting Group (BCG) zeigt zudem, dass Organisationen, die Veränderungen als kontinuierlichen Prozess statt als Ausnahmezustand begreifen, signifikant widerstandsfähiger und innovativer sind. Eine Studie des Capgemini Research Institute (2023) bestätigt: Unternehmen, die „Change-ready“ sind und eine hohe Veränderungskompetenz aufweisen, erzielen eine bis zu 25 % höhere Performance bei Wachstum und Profitabilität. Diese Studien machen deutlich: Organisationen müssen Change-Management nicht als einmalige Aufgabe, sondern als essenziellen Bestandteil ihrer strategischen DNA verstehen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.

    Wirtschaftlicher Nutzen: Return on Investment (ROI) von Change

    Professionelles Changemanagement zahlt sich aus. Eine Studie von processline zeigt, dass jeder Euro, der in professionelles Change Management investiert wird, in großen Projekten mit einem ROI von 650 % zurückkommt.

    Voraussetzungen für „Changereadiness“

    1. Klare Zieldefinition und Strategie
      Die Ziele des Change-Prozesses müssen allen Beteiligten restlos klar sein. Eine schlüssige Strategie, die mit allen Beteiligten abgestimmt ist, bildet die Grundlage für den Erfolg.
      organisationsberatung.net
    2. Schlagkräftigen Kerntruppe
      Eine effektive Kerntruppe sollte Rückhalt in der Geschäftsführung haben, über hinreichende Expertise verfügen und die verschiedenen Stakeholder-Gruppen repräsentieren.
      organisationsberatung.net
    3. Datengesteuerte Führung und Transparenz
      Eine Studie von Capgemini betont, dass datengesteuerte Führung den Veränderungserfolg um 23 % erhöht. Transparenter Umgang mit Daten stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter und fördert das Commitment.

    Changereadiness beschreibt die Fähigkeit von Organisationen, Veränderungen erfolgreich zu antizipieren, umzusetzen und nachhaltig zu verankern. Organisationen mit einer hohen Changereadiness sind erfolgreicher: Sie erreichen signifikant höhere Erfolgsquoten, reduzieren Widerstände und steigern ihre Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend ist, dass Unternehmen nicht nur die strukturellen Voraussetzungen schaffen (z. B. agile Methoden, Change-Teams)sondern auch ihre Kultur weiterentwickelt. Changereadiness ist damit keine statische Eigenschaft, sondern eine kontinuierliche Fähigkeit, die durch Führungskompetenz, klare Kommunikation, Mitarbeiterbeteiligung und kontinuierliches Lernen gefördert wird. Nur so können Organisationen im permanenten Wandel erfolgreich bestehen und ihre strategischen Ziele nachhaltig erreichen. Unternehmen, die diesen Kulturwandel erfolgreich gestalten, sichern sich Wettbewerbsvorteile und bleiben dynamisch und handlungsfähig.



  • 20 Prinzipien, die Hochleistungsteams von Startups lernen können

    In der New-Work-Debatte stehen oft Werte wie Selbstorganisation, Sinnorientierung und Flexibilität im Fokus. Doch wie lassen sich diese Werte konkret in Hochleistungsteams übersetzen, die nicht nur effizient, sondern auch innovativ und resilient arbeiten? Die Arbeitswelt von morgen verlangt nach Teams, die nicht nur ihre Aufgaben erledigen, sondern auch kontinuierlich wachsen, lernen und sich anpassen können.

    Was macht ein Hochleistungsteam aus? – Erkenntnisse aus Studien

    Hochleistungsteams sind Teams, die nicht nur ihre Ziele erreichen, sondern sie regelmäßig übertreffen – und dabei gleichzeitig für Innovation, Zusammenhalt und Arbeitszufriedenheit sorgen. Studien wie die „Google Aristotle Study“ (2015) zeigen, dass psychologische Sicherheit, also die Gewissheit, dass kein Teammitglied für Fragen, Ideen oder Fehler abgestraft wird, eine zentrale Grundlage für Hochleistung darstellt. Auch das MIT Human Dynamics Lab betont, dass Kommunikationsmuster entscheidend sind: Hochleistungsteams pflegen intensive, offene und oft gleichmäßig verteilte Kommunikation. Zudem fanden Forscher wie Katzenbach und Smith (1993) heraus, dass ein klarer gemeinsamer Zweck („Sense of Purpose“) und eine starke gegenseitige Verantwortung für Ergebnisse wichtige Erfolgsfaktoren sind.

    DNA von Hochleistungsteams

    Insgesamt lässt sich sagen: Hochleistungsteams sind nicht nur fachlich exzellent, sondern schaffen eine Kultur des Vertrauens, des Lernens und der gemeinsamen Verantwortung – und genau hier können Startups als Inspirationsquelle dienen. Diese Teams zeichnen sich außerdem durch Vielfalt an Kompetenzen, eine hohe Selbstorganisation und das Bewusstsein für kontinuierliche Verbesserung aus.

    Startup-Teams: Ähnlichkeiten und Unterschiede zu klassischen Hochleistungsteams

    Startup-Teams teilen viele Merkmale mit klassischen Hochleistungsteams – insbesondere die Bedeutung von psychologischer Sicherheit, wie auch Edmonson (1999) betonte, und die Fähigkeit, flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Doch es gibt auch markante Unterschiede: So zeigt eine Studie von Eisenmann et al. (2012), dass Startup-Teams besonders durch eine hohe Toleranz für Unsicherheit geprägt sind – sie akzeptieren Unklarheiten und betrachten Veränderungen als Chancen, nicht als Bedrohung. Anders als in etablierten Teams liegt die Priorität oft auf Geschwindigkeit („Move fast and break things“)- vgl. McGrath 2013. Außerdem sind Startup-Teams laut einer Untersuchung von Klotz et al. 2014 oft stärker durch soziale Netzwerke verbunden: Beziehungen und Empfehlungen aus dem Gründerökosystem prägen die Teamzusammensetzung stärker als formale HR-Prozesse.

    Erfolgsfaktoren für unschlagbare Teams

    Schließlich zeigt die Forschung von Ensley et al. (2006), dass Startup-Teams oft eine starke geteilte Vision und hohe Gründerzentriertheit haben – eine charismatische Führungskraft zieht Mitstreiter an und sorgt für Zusammenhalt, was jedoch die Gefahr birgt, dass kritische Stimmen seltenes Gehör finden. Zusammengefasst ähneln Startup-Teams klassischen Hochleistungsteams in ihrer hohen Motivation und Teamkohäsion, unterscheiden sich aber durch eine größere Risikobereitschaft, eine höhere Geschwindigkeit und eine oft unkonventionellere Teamkultur.

    Doch was, wenn wir den Blick auf Startups richten, die nicht nur innovativ, sondern auch außergewöhnlich leistungsfähig sind?

    Tyler Hogge beschreibt in seinem Beitrag „Pattern Matching: 20 Habits of Exceptional Startups“ (2025) die Gewohnheiten, die herausragende Startups von der Masse abheben. Diese Prinzipien reichen von der gezielten Auswahl von Top-Talenten über eine radikale Kundenorientierung bis hin zu einer konsequenten Fokussierung auf Qualität und Geschwindigkeit. Viele dieser Prinzipien lassen sich auch auf andere Organisationen übertragen, die in einer zunehmend dynamischen Arbeitswelt erfolgreich sein wollen. Er identifiziert zwanzig Verhaltensweisen, die erfolgreiche Startups auszeichnen. Diese Prinzipien bieten wertvolle Impulse für die Gestaltung von Hochleistungsteams in etablierten Unternehmen.

    Die 20 Gewohnheiten außergewöhnlicher Teams

    • Erwartungen übertreffen und stetig steigern
      • Erfolgreiche Highperformanceunternehmen setzen sich ambitionierte Ziele und übertreffen diese regelmäßig, was Vertrauen bei Investoren und Kunden schafft.
    • Besessenheit bei der Rekrutierung von Top-Talenten
      • Die Besten investieren intensiv in die Gewinnung außergewöhnlicher Talente und setzen hohe Maßstäbe im Auswahlprozess.
    • Extrem schnelle Produktentwicklung
      • Sie bringen Produkte in kürzester Zeit auf den Markt und reagieren agil auf Feedback und Marktveränderungen.
    • Fokus auf Produktqualität
      • Ein herausragendes Produkt, das Kunden begeistert, steht im Zentrum – Qualität wird nicht kompromittiert.
    • Ablehnung von Bürokratie
      • Flache Hierarchien und direkte Kommunikation ermöglichen schnelle Entscheidungen und fördern Effizienz.
    • Lange Arbeitszeiten
      • Ein hoher Einsatz und Engagement sind charakteristisch, wobei viele Teammitglieder überdurchschnittlich viel arbeiten.
    • Vermeidung unnötiger Veranstaltungen
      • Zeit wird nicht mit irrelevanten Events verschwendet; der Fokus liegt auf Aktivitäten mit direktem Mehrwert.
    • Effizienter Ressourceneinsatz
      • Geld wird gezielt und sparsam eingesetzt, um nachhaltiges Wachstum zu fördern.
    • Schaffung dauerhaften Unternehmenswerts
      • Langfristige Wertschöpfung steht über kurzfristigen Gewinnen; es wird auf nachhaltige Geschäftsmodelle gesetzt.
    • Gesunde Konfliktkultur
      • Offene und konstruktive Auseinandersetzungen werden gefördert, um die besten Lösungen zu finden.
    • Ansprechende Websites und Präsentationen
      • Professionelles Design und klare Kommunikation spiegeln den hohen Anspruch des Unternehmens wider.
    • Klarheit in der Sprache
      • Präzise und verständliche Kommunikation ist essenziell, sowohl intern als auch extern.
    • Schnelle Trennung von Fehlbesetzungen
      • Mitarbeiter, die nicht zur Kultur passen oder die Erwartungen nicht erfüllen, werden zügig verabschiedet.
    • Mitarbeiterbegeisterung
      • Ein starkes Gemeinschaftsgefühl und Stolz auf das Unternehmen fördern Engagement und Loyalität.
    • Schnelle Reaktionszeiten des CEOs
      • Die Führungsebene ist stets erreichbar und reagiert prompt auf wichtige Anliegen.
    • Direkter Kundenkontakt durch den CEO/Founder/Cofunder
      • Führungskräfte stehen im direkten Austausch mit Kunden, um deren Bedürfnisse zu verstehen und umzusetzen.
    • Führungskräfte als aktive Gestalter
      • Anstatt nur zu delegieren, sind Führungskräfte operativ involviert und treiben Projekte aktiv voran.
    • Wettbewerbsorientierte, engagierte Entwickler
      • Technische Teams sind ambitioniert, streben nach Exzellenz und sind motiviert, die besten Lösungen zu entwickeln.
    • Krisen als Chancen nutzen
      • Herausforderungen werden als Gelegenheiten zur Verbesserung und Weiterentwicklung gesehen.
    • Intensität in allen Bereichen
      • Eine hohe Energie und Entschlossenheit durchdringen alle Aspekte des Unternehmens.

    Ein vielversprechender Blickwinkel eröffnet sich, wenn wir die Prinzipien erfolgreicher Startups betrachten. Diese jungen Unternehmen sind häufig gezwungen, mit minimalen Ressourcen maximale Ergebnisse zu erzielen – und dabei extrem schnell zu lernen und sich anzupassen. Genau diese Eigenschaften machen sie zu einer spannenden Inspirationsquelle für Hochleistungsteams in etablierten Unternehmen. Diese Verhaltensweisen bieten wertvolle Anhaltspunkte für Hochleistungsteams, die ihre Arbeitsweise reflektieren und optimieren möchten. Die Integration solcher Prinzipien kann dazu beitragen, die Teamdynamik zu stärken und den Weg für nachhaltigen Erfolg zu ebnen. Indem Unternehmen diese Verhaltensweisen adaptieren, können sie ihre Teams stärken und die Grundlage für nachhaltigen Erfolg schaffen.

  • 9 Erfolgshebel für nachhaltige Innovation und Wachstum

    9 Erfolgshebel für nachhaltige Innovation und Wachstum

    – Ein Leitfaden für wachstumsstarke Organisationen

    In der Hochgeschwindigkeitszone des Wachstums ist nachhaltige Innovation Pflicht. Für Innovationsleiter und Unternehmer bedeutet das: Sie müssen nicht nur Neues denken, sondern es auch strukturiert skalieren. Die Kunst besteht darin, Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit und Wirkung in Einklang zu bringen.

    3 wissenschaftliche Impulse

    Doppelte Transformation als Wettbewerbsvorteil

    Eine aktuelle Analyse der Bertelsmann Stiftung und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zeigt, dass mittelständische Unternehmen, die Nachhaltigkeit und Digitalisierung gezielt miteinander verknüpfen, deutliche Wettbewerbsvorteile erzielen. Diese „doppelte Transformation“ ermöglicht nicht nur Effizienzsteigerungen, sondern erschließt auch neue Geschäftsfelder und stärkt die Resilienz gegenüber externen Schocks.

    Durch die Studie sollte analysiert werden, welche Treiber und Akteure diese in Gang setzen und herauszufinden, welche Prozesse, Strategien und Entscheidungswege notwendig sind, um den Wandel im Unternehmen umzusetzen. Deutlich wurde, dass das hierfür notwendige Mindset innerhalb einer Organisation einer entsprechenden Unternehmenskultur bedarf und nicht durch eine einzelne Stelle wie der einer oder eines Nachhaltigkeitsbeauftragten allein umgesetzt werden kann. Führung steht hierbei in der Verantwortung und wird als wichtiges Vorbild der gelebten nachhaltigkeitsorientierten Kultur
    im Unternehmen betrachtet. ​


    Künstliche Intelligenz für grünes Wachstum

    Eine Studie untersucht den Einfluss von KI-Innovationen, digitaler Wirtschaft und erneuerbaren Energien auf CO₂-Emissionen. Die Ergebnisse zeigen, dass KI-Innovationen, der Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung der digitalen Wirtschaft signifikant zur Reduzierung der CO₂-Emissionen beitragen. Im Gegensatz dazu führen das Wirtschaftswachstum (gemessen am BIP) und die Industrialisierung zu einem Anstieg der Emissionen. Die Studie hebt hervor, dass insbesondere die Förderung von KI-Technologien und der digitalen Infrastruktur in Kombination mit Investitionen in erneuerbare Energien entscheidend für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Erreichung von Netto-Null-Emissionen sind. Die Autoren empfehlen daher, politische Maßnahmen zu ergreifen, die diese Bereiche stärken und gleichzeitig umweltfreundliche industrielle Entwicklungen fördern.


    Green Innovation steigert Produktivität

    Eine Untersuchung zur Wirkung von grünen Innovationen auf die Produktivität von Unternehmen zeigt, dass in emissionsintensiven Sektoren wie der Industrie sowohl grüne als auch nicht-grüne Patente die Produktivität steigern können. Besonders bemerkenswert ist, dass grüne Innovationen in diesen Branchen nicht nur zur Umweltfreundlichkeit beitragen, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft sind. In weniger emissionsintensiven Unternehmen hingegen zeigen grüne Patente eine geringere Wirkung auf die Produktivität. ​Eine Studie von Jiang und Tol (2024) zeigen, dass in emissionsintensiven Sektoren sowohl grüne als auch nicht-grüne Patente die Produktivität steigern können. In weniger emissionsintensiven Unternehmen hingegen zeigen grüne Patente eine geringere Wirkung auf die Produktivität. ​Eine Analyse von CEPR (2023) zeigt, dass eine Verdopplung der jährlichen Anmeldungen grüner Patente das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach fünf Jahren um 1,7 % steigern kann. Diese Studie unterstreicht, dass grüne Innovationen nicht nur ökologische Vorteile bringen, sondern auch erheblich zum wirtschaftlichen Wachstum beitragen können. ​


    9 Erfolgshebeln für die Zukunftsrobustheit

    Diese neun Erfolgshebel helfen dabei, Innovation gezielt und zukunftsrobust zu gestalten:


    1. Kundenzentrierung als strategisches Betriebssystem

    Schnell wachsende Organisationen neigen dazu, sich in internen Prozessen zu verlieren. Innovationsverantwortliche sollten stattdessen konsequent auf Kundennähe setzen. Methoden wie Jobs-to-be-Done oder Customer Journey Mapping helfen, Lösungen nicht für, sondern mit Kunden zu entwickeln. Wachstumsunternehmen mit konsequentem Customer-Driven Innovation Framework erzielen laut Forrester bis zu 40 % schnellere Markteinführungen.


    2. Innovationskultur mit Fehlerfreude

    Skalierung geht mit Unsicherheit einher. Innovationsleiter:innen müssen Räume schaffen, in denen getestet, verworfen und gelernt werden darf – ohne politische Kosten. Fehlerkultur wird so zur strategischen Ressource für Resilienz und Anpassungsfähigkeit. Fördern Sie „Pre-Mortems“, um vorab Schwächen zu identifizieren und psychologische Sicherheit im Team zu stärken.


    3. Eine skalierbare Innovationsstrategie

    Zwischen Vision und Realität braucht es klare Leitplanken. Eine skalierbare Innovationsstrategie definiert, wo Ihr Unternehmen nicht innoviert – genauso klar wie das, was im Fokus steht. Das schützt Ressourcen und gibt Orientierung im Wachstum. Nutzen Sie OKRs (Objectives and Key Results), um Innovationsaktivitäten messbar und strategisch ausgerichtet zu steuern.


    4. High-Performance durch interdisziplinäre Teams

    In wachsenden Organisationen werden Silos schnell zum Innovationskiller. Cross-funktionale, diverse Teams beschleunigen Entscheidungsfindung und erhöhen die Qualität von Lösungen durch multiple Perspektiven. Interdisziplinäre Teams steigern Innovationsquoten um bis zu 30 % – bei gleichzeitig höherer Mitarbeiterbindung.


    5. Technologie-orientierte Innovationsarchitektur

    Für Innovationsleiter:innen heißt Technologieeinsatz: Enabler, nicht Spielerei. Die Architektur der Innovationsprozesse muss Technologien wie KI, Automatisierung oder digitale Zwillinge intelligent integrieren, um schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Unternehmen, die „Technology Radar“ im Unternehmen etabliert haben, können Reifegrad, Nutzen und Relevanz neuer Technologien kontinuierlich bewerten.


    6. Agile Strukturen für exponentielles Wachstum

    Skalierbare Innovation benötigt dynamikrobuste Organisationsformen. Klassische Hierarchien bremsen. Innovationsverantwortliche müssen agile Prinzipien auf struktureller Ebene verankern – von Entscheidungswegen bis hin zur Budgetvergabe. Squad-Modelle oder ambidextere Organisationsformen kombinieren Effizienz und Innovationskraft in wachsenden Unternehmen.


    7. Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell-Innovation

    Wachstum ohne Verantwortung ist keine Option mehr. Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Compliance-Thema, sondern die Quelle für neue Geschäftsmodelle, Kundenbindung und Differenzierung. Organisationen, die Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam vorantreiben, sind resilienter und wachsen profitabler. (Fraunhofer IAO, 2024).

    8. Organisationsdesigns, die Innovation ermöglichen – nicht verhindern

    Traditionelle Organisationsstrukturen stoßen im Kontext von Wachstum und Innovation schnell an ihre Grenzen. Innovative Designs wie Holacracy, Cell-Strukturen oder plattformbasierte Organisationen schaffen flexible, dezentralisierte Systeme, die schneller auf Marktveränderungen reagieren können. Das Ziel: Selbstorganisation stärken, Verantwortlichkeiten klar verteilen und Informationsflüsse optimieren. In der Praxis bedeutet das oft, Führung als Rolle statt als Titel zu denken und Entscheidungsprozesse dort zu verankern, wo die höchste Kompetenz liegt – nicht zwangsläufig an der Spitze. Das Organisationsmodell von Haier („Rendanheyi“) zeigt eindrucksvoll, wie radikale Dezentralisierung zu mehr unternehmerischem Denken in Teams führt und gleichzeitig Innovation und Kundennähe maximiert.


    9. Ambidextrie: Exploitation und Exploration im Gleichgewicht

    Ein besonders relevantes Konzept für wachstumsstarke Organisationen ist die Ambidextrie – also die Fähigkeit, gleichzeitig effizient das Bestehende zu optimieren (Exploitation) und Neues zu erkunden (Exploration). Moderne Organisationsdesigns ermöglichen diese Balance durch strukturelle Trennung (z. B. Innovationslabs), prozessorientierte Integration oder durch eine kulturelle Verankerung von Innovationsprinzipien im gesamten Unternehmen. Innovationsleiter:innen spielen dabei eine zentrale Rolle als Brückenbauer:innen zwischen Effizienz- und Innovationslogik. Die zwei Betriebssystem paaren Stabilität und Experimentierfreude. Der Schlüssel liegt im klaren Zusammenspiel.


    Nachhaltige Innovation entsteht nicht zufällig. Sie ist das Ergebnis strategischer Führung, technologischer Kompetenz, gelebter Kultur und mutiger Entscheidungen. Wer die neun Hebel gezielt einsetzt, baut eine Innovationsmaschine, die mit dem Tempo des Wachstums mithält – und die Zukunft aktiv gestaltet.



  • Echt, empathisch, effektiv:

    Echt, empathisch, effektiv:

    Wertschätzende empathische Kommunikation stärkt die Beziehung

    Kommunikation ist weit mehr als der Austausch von Informationen. Sie ist das Fundament jeder zwischenmenschlichen Beziehung – im Beruf, in der Familie, unter Freunden. Doch wie oft kommunizieren wir wirklich so, dass wir den anderen empathisch sehen, verstehen und wertschätzen? In einer Welt, die durch Tempo, Stress und digitale Distanz geprägt ist, geht das Zwischenmenschliche schnell verloren. Umso wichtiger wird eine Form der Kommunikation, die authentisch, empathisch und wertschätzend ist.

    Erkenntnisse aus Psychologie, Kommunikationsforschung und Neurowissenschaften belegen, dass diese Form der Interaktion nicht nur unsere Beziehungen verbessert, sondern auch Gesundheit, Resilienz und Teamkultur fördert. Wertschätzende Kommunikation ist eine Schlüsselkompetenz für das 21. Jahrhundert.


    Die vier Säulen wertschätzender empathischer Kommunikation

    Basierend auf dem Konzept der gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg bilden folgende vier Elemente das Fundament:

    1. Beobachtung ohne Bewertung

    Häufig verwechseln wir unsere Interpretation eines Verhaltens mit der objektiven Beobachtung. Statt zu sagen: „Du bist unzuverlässig“, könnte man sagen: „Du bist heute zehn Minuten später gekommen als vereinbart.“ Diese Unterscheidung reduziert Eskalationen und schafft eine neutrale Gesprächsbasis.

    2. Gefühle ausdrücken

    Gefühle zu benennen („Ich bin enttäuscht, weil…“) macht uns nicht schwächer, sondern öffnet die Tür zur Verbindung. Menschen, die ihre Emotionen authentisch ausdrücken, werden als vertrauenswürdiger wahrgenommen werden und geraten seltener in Konflikte.

    3. Bedürfnisse erkennen

    Hinter jedem Gefühl steht ein unerfülltes oder erfülltes Bedürfnis – etwa nach Anerkennung, Sicherheit oder Zugehörigkeit. Wer diese Ebene anspricht, kommuniziert menschlich statt strategisch und eröffnet echte Lösungsräume.

    4. Bitten statt fordern

    Anstelle von Schuldzuweisungen oder Forderungen treten klare, respektvolle Bitten. Sie geben dem Gegenüber Handlungsspielraum und fördern Kooperation. Eine Bitte könnte lauten: „Wärst du bereit, beim nächsten Mal fünf Minuten früher zu kommen?“


    Authentizität ist wirkungsvoll

    Authentizität ist ein zentrales Element wertschätzender Kommunikation – und laut der Psychologin Brené Brown eng verknüpft mit Verletzlichkeit. Wer sich zeigt, wie er ist, statt eine Rolle zu spielen, schafft Nähe und Vertrauen.

    Neurowissenschaftliche Studien (z. B. durch Tania Singer am Max-Planck-Institut) belegen, dass authentisches Verhalten die Empathie-Areale im Gehirn des Gegenübers aktiviert – insbesondere den präfrontalen Kortex und den Gyrus cinguli. Dies erklärt, warum echte, unverstellte Kommunikation nicht nur glaubwürdig wirkt, sondern auch biologisch empathiefördernd ist.


    Empathie – die stille Superkraft

    Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen – kognitiv (Verstehen) und emotional (Mitfühlen). Diese Kompetenz entscheidet maßgeblich über den Erfolg zwischenmenschlicher Interaktionen.

    Studien aus der Sozialpsychologie zeigen: Menschen mit hoher empathischer Intelligenz sind nicht nur bessere Führungskräfte, sondern auch resilienter, kooperativer und gesundheitlich stabiler. In therapeutischen Kontexten ist Empathie ein zentraler Prädiktor für erfolgreiche Interventionen – wie auch eine neue Metastudie (2024, Uni Oxford) bestätigt.

    Empathisch? Die Wissenschaft hinter dem Mitgefühl

    Empathie ist ein komplexes Konstrukt, das in verschiedene Dimensionen sichtbar wird:​

    • Emotionale Empathie: Das Mitfühlen mit den Emotionen anderer.​
    • Kognitive Empathie: Das Verstehen der Gedanken und Perspektiven anderer.​
    • Soziale Empathie: Das Verständnis für soziale Kontexte und Systeme.​

    Neurowissenschaftliche Studien, insbesondere von Jean Decety, zeigen, dass Empathie sowohl emotionale Resonanz als auch kognitive Prozesse umfasst. Diese Fähigkeiten sind entscheidend für moralisches Verhalten und soziale Interaktion.

    Hier sind fünf aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse (Stand 2024/2025) zum Thema Kommunikation – insbesondere im Kontext von Empathie, Authentizität, Digitalisierung und Beziehungsgestaltung:


    🧠 Empathie aktiviert selektiv die Spiegelneuronen

    Studie: Decety & Cowell, 2023 (Neuroscience & Biobehavioral Reviews)
    Forschung zeigt, dass Empathie nicht pauschal aktiviert wird, sondern kontextabhängig und selektiv funktioniert. Spiegelneuronen – zuständig für das „Mitfühlen“ – reagieren stärker auf Menschen, zu denen eine emotionale Nähe oder soziale Zugehörigkeit besteht. Das bedeutet: Empathie ist nicht nur biologisch, sondern auch sozial konstruiert – was den bewussten Umgang mit Vorurteilen in der Kommunikation umso wichtiger macht.


    🧘 Achtsame Kommunikation verändert das Gehirn

    Studie: Zeidan et al., 2024 (Harvard Mindfulness Lab)
    Regelmäßiges Training in achtsamer, nicht-reaktiver Kommunikation (z. B. durch MBSR oder gewaltfreie Kommunikation) führt nachweislich zu strukturellen Veränderungen im präfrontalen Kortex (Selbstregulation) und im anterioren cingulären Cortex (Feinfühligkeit). Achtsame Sprecher:innen sind stressresistenter und kommunizieren klarer und empathischer, auch in Konfliktsituationen.


    🧬 Authentizität ist messbar – und wirkt

    Studie: Benedetti et al., 2023 (Journal of Social Psychology)
    In experimentellen Designs konnte nachgewiesen werden, dass authentische Kommunikation (z. B. das offene Benennen eigener Unsicherheiten oder Grenzen) die Oxytocin-Ausschüttung beim Gegenüber fördert. Das sogenannte „Bindungshormon“ stärkt Vertrauen, erhöht Kooperationsbereitschaft und reduziert defensive Reaktionen. Authentizität ist also neurobiologisch wirksam – und messbar.


    💬 Nonverbale Signale machen bis zu 65–70 % der Wirkung aus

    Metaanalyse: University of Amsterdam, 2024 – „Digital vs. Face-to-Face“
    Obwohl digitale Kommunikation zunimmt, zeigt eine große Metaanalyse: Mimik, Gestik, Tonfall und Körpersprache sind weiterhin die wichtigsten Träger sozialer Bedeutung. In digitalen Formaten (z. B. Videocalls) geht ein erheblicher Teil dieser Signale verloren – was das Risiko für Missverständnisse und Entfremdung erhöht. Für wichtige Gespräche ist persönlicher Kontakt (sofern möglich) überlegen.


    🤖 Künstliche Intelligenz kann empathische Kommunikation imitieren – aber nicht ersetzen

    Studie: MIT Media Lab & Stanford, 2025 (AI & Society)
    KI-Modelle wie GPT-4 können mittlerweile überzeugend empathisch klingen – aber echtes Mitgefühl simulieren sie nur über Datenmuster. Die Studie zeigt: Menschen reagieren emotional unterschiedlich auf KI-generierte vs. menschliche Empathie. Besonders in emotional belasteten Situationen (z. B. Trauer, Konflikte) bleibt menschliche Präsenz unerlässlich – KI kann unterstützen, aber keine Beziehung tragen.


    Mitgefühl in der digitalen Kommunikation

    In der digitalen Kommunikation gewinnt Empathie zunehmend an Bedeutung. Eine Studie auf arxiv.org untersucht, wie empathische Ausrichtung in Gesprächen modelliert werden kann. Die gute Nachricht: Empathie ist trainierbar. Achtsamkeitsübungen, Perspektivwechsel und aktives Zuhören verbessern die neuronalen Netzwerke, die für Mitgefühl und soziale Intuition zuständig sind.


    Kommunikation in der digitalen Welt: Empathie unter neuen Bedingungen

    Digitalisierung stellt unsere Kommunikation vor neue Herausforderungen. Emojis, kurze Nachrichten und fehlende nonverbale Hinweise führen oft zu Missverständnissen. Forscher:innen wie Jeremy Bailenson (Stanford) zeigen jedoch, dass mit neuen Technologien – etwa VR-Trainings – auch empathische Fähigkeiten trainiert werden können. Virtuelle Rollenspiele fördern das Einfühlungsvermögen, z. B. durch Perspektivwechsel in Konfliktsituationen.

    Wertschätzende Kommunikation ist also auch in der digitalen Welt möglich – erfordert aber bewusste Achtsamkeit.

    Kommunikation mit künstlicher Intelligenz: Zwischen Klarheit und Kreativität

    Auch im Dialog mit Künstlicher Intelligenz (KI) spielen klare, wertschätzende Kommunikationsprinzipien eine Rolle – wenn auch in leicht abgewandelter Form. KI-gestützte Systeme wie Chatbots, Sprachassistenten oder Schreib-KIs reagieren besonders effektiv auf präzise und kontextreiche Eingaben. Je klarer ein Anliegen formuliert ist, desto besser die Antwort. Ein hilfreicher „Hack“ im Umgang mit KI: Kontext geben („Ich schreibe eine Rede für ein Fachpublikum über X…“) und Rollen zuweisen („Du bist ein empathischer Kommunikationstrainer…“) führt zu deutlich besseren Ergebnissen. Gleichzeitig fördert eine freundliche, respektvolle Interaktion mit der KI – auch wenn sie (noch) kein Bewusstsein hat – ein achtsames Kommunikationsverhalten im Alltag. Letztlich ist der bewusste Umgang mit Sprache, egal ob gegenüber Menschen oder Maschinen, ein Ausdruck von Haltung – und diese Haltung prägt unsere Zukunft mehr, als uns oft bewusst ist.


    Umsetzungshacks

    Wertschätzende Kommunikation beginnt im Kleinen – in der nächsten Besprechung, beim Gespräch mit dem Partner oder in der Interaktion mit den Kollegen und Mitarbeiternn. Hier ein paar konkrete Impulse:

    • Tägliche Mikro-Momente der Empathie schaffen: Ein echtes „Wie geht es dir?“ kann mehr bewirken als jedes Lob.
    • Aktiv zuhören: Nicht nur auf die Worte achten, sondern auf Mimik, Gestik und Tonfall.
    • Feedback üben: Statt Kritik zu üben, beschreiben, was man wahrgenommen hat und wie es wirkt – mit Ich-Botschaften.
    • Gefühle benennen lernen: Eine „Gefühlskarte“ am Arbeitsplatz oder zuhause hilft, differenzierter zu kommunizieren.
    • Trainings besuchen oder Corporate Learninghacks installieren

    Wertschätzung ist eine Haltung

    Wertschätzende Kommunikation ist keine Technik, sondern eine Haltung. Sie verbindet Herz und Verstand, schafft Vertrauen und reduziert Konflikte. In einer Welt, die oft laut, schnell und egozentriert ist, ist sie ein Gegengewicht – still, aber wirkungsvoll. Wer empathisch und authentisch kommuniziert, stärkt nicht nur seine Beziehungen, sondern auch sich selbst.



    Kommunikation mit künstlicher Intelligenz: Zwischen Klarheit und Kreativität

    Auch im Dialog mit Künstlicher Intelligenz (KI) spielen klare, wertschätzende Kommunikationsprinzipien eine Rolle – wenn auch in leicht abgewandelter Form. KI-gestützte Systeme wie Chatbots, Sprachassistenten oder Schreib-KIs reagieren besonders effektiv auf präzise und kontextreiche Eingaben. Je klarer ein Anliegen formuliert ist, desto besser die Antwort. Ein hilfreicher „Hack“ im Umgang mit KI: Kontext geben („Ich schreibe eine Rede für ein Fachpublikum über X…“) und Rollen zuweisen („Du bist ein empathischer Kommunikationstrainer…“) führt zu deutlich besseren Ergebnissen. Gleichzeitig fördert eine freundliche, respektvolle Interaktion mit der KI – auch wenn sie (noch) kein Bewusstsein hat – ein achtsames Kommunikationsverhalten im Alltag. Letztlich ist der bewusste Umgang mit Sprache, egal ob gegenüber Menschen oder Maschinen, ein Ausdruck von Haltung – und diese Haltung prägt unsere Zukunft mehr, als uns oft bewusst ist.


    Kommunikation mit künstlicher Intelligenz: Zwischen Klarheit, Haltung und Verantwortung

    Die Interaktion mit Künstlicher Intelligenz wird zunehmend Teil unseres Alltags – sei es beim Formulieren von E-Mails, dem Training sozialer Kompetenzen in virtuellen Simulationen oder im Kundendienst. Doch auch hier gilt: Die Qualität des Outputs hängt maßgeblich von der Qualität des Inputs ab. Wer klar, strukturiert und mit konkretem Ziel kommuniziert, erhält präzisere und nützlichere Antworten. Kleine „Hacks“ wie das Zuweisen von Rollen („Verhalte dich wie ein Kommunikationstrainer“, „Antworte wie eine achtsame Führungskraft“) oder das Einrahmen des Kontextes („Ich bereite ein Konfliktgespräch vor…“) helfen, die Antwortqualität deutlich zu verbessern.

    Do’s:

    • Sei spezifisch („Ich suche eine Metapher für ein Teammeeting mit Veränderungsdruck“)
    • Gib Kontext („Ich bin Führungskraft in einem sozialen Träger“)
    • Nutze Rollenwechsel bewusst („Sprich wie ein gewaltfreier Mediator“)
    • Stelle Rückfragen – KI kann iterativ denken

    Don’ts:

    • Vage Aussagen („Hilf mir bei Kommunikation“ – ohne weitere Details)
    • Unreflektierte Copy-Paste-Nutzung ohne kritisches Denken
    • Blindes Vertrauen in Fakten ohne Überprüfung

    Ethik & Verantwortung: Was wir der KI beibringen, bringt sie zurück

    Auch wenn KI-Systeme keine Emotionen haben, spiegeln sie unsere Sprache, unsere Werte und unsere Haltungen. Wer abwertend, fordernd oder manipulativ mit KI kommuniziert, trainiert damit auch die digitale Kultur mit – und beeinflusst, wie zukünftige Systeme funktionieren. Studien aus der KI-Ethik zeigen: Sprache formt Systeme. Deshalb ist es ein Akt digitaler Verantwortung, auch Maschinen gegenüber wertschätzend, reflektiert und ethisch zu kommunizieren.

    Kritisch bleibt: KI kann Empathie simulieren, aber nicht fühlen. Das heißt, sie kann helfen, Dialoge vorzubereiten, Konflikte durchzuspielen oder Perspektivwechsel zu trainieren – aber sie ersetzt niemals das echte menschliche Gegenüber. Daher gilt: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Beziehung.

    KI in der empathischen Kommunikation schulen

    In Trainings zur Gewaltfreien Kommunikation nutzen wir bereits heute KI, um Rollenspiele zu simulieren: „Spiele den verärgerten Kollegen“ oder „Reagiere wie eine Führungskraft mit wenig Empathie“. Dies eröffnet neue Lernräume, insbesondere für introvertierte oder unsichere Menschen und etwa beim Formulieren von Anliegen, der Reflexion eigener Muster oder dem Entwurf von Ich-Botschaften.

    Wertschätzende Kommunikation ist mehr als nur eine höfliche Ausdrucksweise; sie ist ein essenzieller Bestandteil erfolgreicher zwischenmenschlicher Beziehungen. Durch die Kombination von Authentizität, Empathie und klarer Ausdrucksweise können Missverständnisse reduziert und das gegenseitige Verständnis gefördert werden.

    zum Vertiefen:

    arxiv.org – Empathy Modeling in Conversations (2024)

    Rosenberg, M.B.: Gewaltfreie Kommunikation, Junfermann Verlag

    Brown, B.: Verletzlichkeit macht stark, Kailash Verlag

    Singer, T. (2022): Empathie und soziale Intelligenz. MPI Leipzig.

    training-vr.de – Wertschätzende Kommunikation

  • Kraftfeldanalyse nach Kurt Lewin für Veränderungsprozesse

    Veränderungsprozesse sind ein fester Bestandteil moderner Organisationen – sei es durch digitale Transformation, kulturellen Wandel oder neue Formen der Zusammenarbeit. Doch warum fällt es oft so schwer, Wandel konsequent umzusetzen? Und wie lassen sich Kräfte in einer Organisation sichtbar machen, die Veränderungen fördern oder behindern? Warum fällt Wandel oft so schwer, obwohl der Nutzen klar ist? Hier setzt die Kraftfeldanalyse an – ein bewährtes Werkzeug aus der Sozialpsychologie, entwickelt von Kurt Lewin, einem der bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts. Die Methode hilft Klarheit über die treibenden und hemmenden Kräfte in einer Veränderungssituation zu gewinnen. Sie ist ein einfaches, wirkungsvolles Instrument, um fördernde und hemmende Kräfte im Veränderungsprozess sichtbar zu machen. Ihre Stärke liegt in der Klarheit, mit der sie Dynamiken aufzeigt.. Sie eignet sich besonders gut für den Einsatz in Workshops, Retrospektiven und strategischen Gesprächen. Sie bietet eine niederschwellige und visuell unterstützte Herangehensweise.

    Die Ursprünge: Kurt Lewin und die Feldtheorie

    Die Kraftfeldanalyse wurde in den 1940er Jahren von Kurt Lewin entwickelt, einem deutsch-amerikanischen Psychologen und Pionier der Gestaltpsychologie und der experimentellen Sozialpsychologie. Lewin war davon überzeugt, dass menschliches Verhalten nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern immer im Kontext eines Feldes von Einflussfaktoren stattfindet. Lewin war maßgeblich an der Entwicklung der Gestaltpsychologie, der Gruppendynamik und der experimentellen Sozialpsychologie beteiligt. Mit seiner berühmten Aussage „If you want to truly understand something, try to change it“ brachte er seinen Ansatz auf den Punkt. Diese Idee mündete in der sogenannten Feldtheorie, nach der Verhalten eine Funktion aus der Person und ihrer Umwelt ist:

    B = f(P,E)
    (Behavior is a function of Person and Environment)

    Die Feldtheorie (1936)

    Lewins Feldtheorie beschreibt Verhalten als Funktion der Person und ihrer Umwelt („B = f(P,E)“). In Veränderungssituationen geht es laut Lewin darum, dass jede Situation von Kräften beeinflusst wird – solche, die eine Veränderung fördern, und solche, die sie blockieren. Dieses Spannungsverhältnis bezeichnete er als Kraftfeld.

    Aus dieser Theorie entwickelte Lewin die Kraftfeldanalyse, um Veränderungen in Gruppen und Organisationen besser zu verstehen und gezielt zu gestalten. Die Kraftfeldanalyse ist ein Instrument, um diese Kräfte zu analysieren und strategisch zu beeinflussen.

    Grundprinzip der Kraftfeldanalyse

    Die zentrale Annahme der Kraftfeldanalyse ist, dass sich jede Organisation – wie auch Individuen – in einem dynamischen Gleichgewichtszustand befindet. Dieser wird durch zwei gegensätzliche Kräfte beeinflusst:

    • Fördernde Kräfte treiben eine Veränderung voran und wirken in Richtung eines angestrebten Ziels.
    • Hemmende Kräfte blockieren oder verzögern die Veränderung und halten den Status quo aufrecht.

    Veränderung gelingt nur, wenn dieses Gleichgewicht aufgelöst wird – entweder indem hemmende Kräfte abgeschwächt oder fördernde Kräfte gestärkt werden. Ziel ist ein neuer Gleichgewichtszustand auf höherem Niveau.

    Wissenschaftliche Einordnung und Relevanz

    Die Kraftfeldanalyse basiert auf einem sozialpsychologischen Modell, das in vielen Kontexten empirisch unterstützt wird:

    • Studien zeigen, dass Widerstand gegen Veränderung oft nicht auf „Verweigerung“, sondern auf bestehende psychologische oder strukturelle Hemmnisse zurückzuführen ist (Oreg, 2006).
    • Veränderung braucht emotionale Sicherheit und Partizipation, wie sie durch die Kraftfeldanalyse geschaffen werden kann (Kotter & Schlesinger, 2008).
    • Die Methode passt hervorragend in agile Arbeitsumfelder, wo Reflexion und iteratives Lernen zentral sind.

    Aufbau der Kraftfeldanalyse

    Die Methode folgt einer klaren Logik:

    • Ein aktueller Zustand befindet sich im Gleichgewicht.
    • Es gibt fördernde Kräfte, die auf eine Veränderung hinwirken.
    • Es gibt hemmende Kräfte, die dem Wandel entgegenstehen.
    • Veränderung gelingt, wenn:
      • hemmende Kräfte abgeschwächt oder beseitigt werden, und/oder
      • fördernde Kräfte gestärkt werden.

    Das Ziel ist, ein neues Gleichgewicht (den Soll-Zustand) zu erreichen und diesen durch „Einfrieren“ zu stabilisieren – ein Prozess, den Lewin in drei Phasen beschrieb: Auftauen – Verändern – Einfrieren.


    Die Kraftfeldanalyse eignet sich zur Förderung von Reflexionsprozesse und Maßnahmenableitung. Diese strukturierte Herangehensweise macht die Kraftfeldanalyse besonders nützlich für Change-Manager.



    Vorteile der Kraftfeldanalyse


    Der klassische Drei-Phasen-Prozess von Lewin

    Einfrieren (Refreezing):
    Im Beteiligtenverhalten stabilisieren und verankern sich neue Muster im Alltag. Der neue Zustand wird zum neuen Normal.

    Auftauen (Unfreezing):
    Die Beteiligten am Changeprozess stellen bestehende Strukturen und Denkweisen in Frage. Es geht darum, ein Bewusstsein für die Veränderungsnotwendigkeit zu schaffen und die Veränderungsmotivation zu wecken.

    Verändern (Changing):
    In dieser Phase findet die eigentliche Veränderung statt. Neue Verhaltensweisen, Prozesse oder Strukturen werden eingeführt und erprobt. Hier entfaltet die Kraftfeldanalyse oft eine große Wirkung – nicht zuletzt, weil sie Teams ins Gespräch bringt und den Weg in Richtung Lösung öffnet.



    Die Praxis der Kraftfeldanalyse im Detail

    Die Methode regt die Beteiligten an einem Veränderungsprozess dazu an, ihre Wahrnehmungen und Einschätzungen zu teilen und an gemeinsamen Lösungen zu arbeiten.

    1. Zielklärung

    Zu Beginn steht die Frage: Was ist unser angestrebtes Ziel?
    ➡️ Ziel: Ein klares, gemeinsam getragenes Bild des Soll-Zustands.


    2. Identifikation der hemmenden Kräfte

    Die Gruppe sammelt nun, welche Kräfte oder Faktoren aktuell die Zielerreichung verhindern. Diese können struktureller, kultureller, personeller oder emotionaler Natur sein.

    Beispiele für hemmende Kräfte:

    • Fehlende Ressourcen oder Zeit
    • Widerstand einzelner Schlüsselpersonen
    • Unklare Verantwortlichkeiten
    • Angst vor Kontrollverlust
    • Eingefahrene Routinen

    ➡️ Ziel: Ein vollständiges Bild der Barrieren, die den Wandel blockieren.


    3. Identifikation der fördernden Kräfte

    Im nächsten Schritt fokussiert sich die Gruppe auf die bereits vorhandenen oder potenziellen Ressourcen und Unterstützungsfaktoren.

    Beispiele für fördernde Kräfte:

    • Unterstützung durch das Top-Management
    • Hohe intrinsische Motivation im Team
    • Positive Erfahrungen mit früheren Veränderungen
    • Externe Notwendigkeit (z. B. gesetzliche Vorgaben)
    • Bereits vorhandene Prozesse und Strukturen, die anschlussfähig sind

    ➡️ Ziel: Sichtbarmachung aller positiven Kräfte, die die Veränderung unterstützen können.


    4. Priorisierung der Kräfte

    Nun bewerten die Teilnehmer, welche der identifizierten Kräfte die größte Bedeutung haben. Die wichtigsten drei hemmenden und drei fördernden Kräfte werden priorisiert.

    ➡️ Ziel: Fokussierung auf die Kräfte mit dem höchsten Einfluss.


    5. Maßnahmen gegen hemmende Kräfte entwickeln

    Für jede priorisierte hemmende Kraft wird nun überlegt: Wie können wir diese Kraft schwächen oder neutralisieren?
    Beispiele:

    • Informationskampagnen zur Reduktion von Unsicherheit
    • Anpassung von Rollen und Verantwortlichkeiten
    • Coaching-Angebote für Führungskräfte
    • Konfliktmoderation bei interpersonellen Blockaden

    ➡️ Ziel: Konkrete Strategien zur Reduktion von Widerständen.


    6. Maßnahmen zur Stärkung fördernder Kräfte entwickeln

    Es wird ein Maßnahmenplan mit Fokus auf die Verstärkung der unterstützenden Faktoren entwickelt.

    Beispiele:

    • Verstärkung interner Kommunikation über Erfolge
    • Einbindung von „Change Agents“ als Multiplikatoren
    • Belohnung von Innovationsverhalten
    • Sichtbarmachung von Quick Wins

    ➡️ Ziel: Positive Dynamiken verstärken und beschleunigen.


    7. Maßnahmenplan erstellen

    Zum Abschluss wird ein verbindlicher Umsetzungsplan erstellt:

    • Was soll getan werden?
    • Wer übernimmt die Verantwortung?
    • Bis wann soll es umgesetzt sein?
    • Welche Ressourcen werden benötigt?

    ➡️ Ziel: Verbindlichkeit schaffen und Umsetzung initiieren.


    Die Methodenwirksamkeit

    Die Kraftfeldanalyse ist eine Methode zur schnellen Diagnose der treibenden und hemmenden Faktoren eines
    Veränderungsvorhabens. Sie geht auf die Arbeiten von Kurt Lewin zurück, der mit der Feldtheorie und der
    Change Theorie wichtige Grundlagen für die moderne Organisationsentwicklung gelegt hat. Die Kräfte werden zunächst quantifiziert (z.B. durch Pfeillängen), um danach Strategien zur Verstärkung der wichtigsten fördernden Kräfte und zum Abbau der wichtigsten hindernden Kräfte zu entwickeln. Es geht hierbei zuerst um die Visualisierung der Einflussnahmen verschiedener Gruppierungen oder Personen sowie deren positive oder negative Einstellung hinsichtlich der Umsetzung von Vorhaben. Mit Hilfe einer Matrix lassen sich schließlich Strategien entwickeln, um die Umsetzung des Vorhabens in die richtige Richtung zu lenken. Es geht also bei dieser Methode nicht um das Auswählen eines Inhalts, sondern eher um eine Strategie zur Umsetzung eines Vorhabens.

    Das Veränderungsvorhaben wird als Weg zwischen Ist- und Soll-Zustand beschrieben

    Die Kräfte, die eine Annäherung an den gewünschten Zielzustand unterstützen und behindern, werden
    ermittelt.

    Die Kraftfeldanalyse entfaltet ihre Wirkung durch:

    • Partizipation: Alle Beteiligten können sich einbringen und Perspektiven austauschen.
    • Klarheit: Die visuelle Darstellung macht komplexe Zusammenhänge greifbar.
    • Systemdenken: Das Zusammenspiel von Kräften wird betrachtet statt einzelne Symptome zu bekämpfen.
    • Fokus auf Lösungen: Der Blick wird sowohl auf Barrieren als auch auf Ressourcen gelenkt.
    • Erarbeitung einer visuellen Matrix, um Befürwortende und skeptische Personen in der Gruppe klar abzugrenzen und deren Position hinsichtlich der Umsetzung eines Vorhabens zu erkennen.
    • In der Gruppe startet so ein Diskussionsprozess wie skeptische Personen gewonnen und positive Energien genutzt werden können.

    In einer Zeit, in der Transformation zur Daueraufgabe geworden ist, hilft die Kraftfeldanalyse, Orientierung und Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen – mit klarem Blick auf das, was möglich ist, und realistischem Verständnis für das, was (noch) im Weg steht.


    Weiterführende Literatur dazu:

    • Lewin, K. (1947). Frontiers in Group Dynamics. Human Relations, 1(1), 5–41.
    • Lewin, Kurt: Defining the „Field at a given Time“. Psychological Review, 50, 1943, S. 292 – 310, veröffentlicht in: Resolving Social Conflicts & Field Theory. Social Science, American Psychological Association,Washington D.C., 1997
    • Burnes, B. (2004). Kurt Lewin and the Planned Approach to Change: A Re‐appraisal. Journal of Management Studies, 41(6), 977–1002.
    • Grubendorfer, C. (2018). Kraftfeldanalyse: Hemmende und fördernde Kräfte. In: changement!, Juli/August 2018.
    • Oreg, S. (2006). Personality, context, and resistance to organizational change. European Journal of Work and Organizational Psychology, 15(1), 73–101.
    • Kotter, J. P., & Schlesinger, L. A. (2008). Choosing Strategies for Change. Harvard Business Review.
  • Wandel braucht Narration

    Wandel braucht Narration

    – Kommunikation als Schlüssel zur Transformation- Die digitale Transformation ist weit mehr als ein technisches Projekt – sie ist ein kultureller Wandel. Wer diesen Wandel erfolgreich gestalten will, muss kommunizieren. Und zwar klar, zielgerichtet und empathisch. Kommunikation ist der Motor der Veränderung. Unternehmenskommunikation bezieht sich auf die Aufgabe von Organisationen, mit
    ihren Stakeholdern «leistungsfähige Kommunikationsbeziehungen» (Mast, 2020, S. 8) zu etablieren und zu pflegen mit dem Zweck der Verständigung und Beeinflussung (Zerfaß, Piwinger et al., 2022, S. 5). Die
    Digitalisierung, verstanden als «Integration digitaler Technologien in Prozesse und Produkte» (Pleil & Helferich, 2020, S. 2), hat diesen Austausch und seine Rahmenbedingungen stark verändert.


    Changekommunikation schafft Changebewusstsein

    Digitale Transformation ist zu 80 Prozent Kulturwandel und nur zu 20 Prozent Technologie. Der wahre Hebel liegt nicht im Code, sondern im Kopf. Deshalb gilt: Kommunikation muss einfach, wiederholt und zielgruppengerecht erfolgen. Nur so entsteht aus Informationen Verständnis – und aus Verständnis Handlung.

    Dabei steht nicht die Technologie im Vordergrund, sondern ihr konkreter Nutzen. Was verbessert sich durch den Wandel? Was bedeutet das für den Einzelnen? Nur wenn diese Fragen beantwortet werden, wird aus Skepsis Akzeptanz. Die Sprache ist dabei entscheidend: aktiv, verständlich, authentisch.

    Die Rolle der Kommunikation auf 3 Ebenen:

    • Mikroebene: Digitale Transformation innerhalb der Kommunikationsabteilungen.
    • Mesoebene: Funktion der Unternehmenskommunikation im Transformationsprozess der gesamten Organisation.
    • Makroebene: Schaffung von Akzeptanz für den Transformationsprozess in Markt und Gesellschaft.

    Kommunikationsverantwortliche übernehmen eine strategische Schlüsselfunktion
    Die Studie „Kommunikation in der digitalen Transformation“ zeigt deutlich, dass Kommunikationsverantwortliche in Transformationsprozessen nicht nur als „Übersetzer“ technischer Veränderungen auftreten, sondern zunehmend auch strategisch mitgestalten. Sie sind gefragt, die digitale Transformation nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu treiben – indem sie den Wandel erklären, Beteiligung fördern und Orientierung geben. Dafür braucht es eine stärkere Verzahnung von Kommunikation mit Führung und Change Management.


    Digitale Kompetenzen sind noch ungleich verteilt
    Ein weiteres zentrales Ergebnis aus den Studien ist der Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen in Kommunikationsabteilungen selbst. Während einzelne Mitarbeitende oder Teams bereits fortgeschrittene Tools und Methoden nutzen, fehlt oft eine durchgängige digitale Kompetenzentwicklung in der gesamten Organisation. Das wirkt sich negativ auf die Innovationsfähigkeit und Glaubwürdigkeit aus – insbesondere wenn Kommunikation selbst im digitalen Wandel hinterherhinkt.


    Vertrauen wird zum zentralen Erfolgsfaktor
    In einem zunehmend digitalen und komplexen Umfeld ist Vertrauen das Fundament wirksamer Kommunikation. Die Studienlage macht deutlich: Wer Wandel erfolgreich kommunizieren will, muss transparent, authentisch und empathisch agieren. Nur so lassen sich Unsicherheiten abbauen und die Veränderungsbereitschaft stärken. Besonders glaubwürdig ist die Kommunikation dann, wenn sie nicht nur informiert, sondern zum Dialog einlädt und konkrete Teilhabe ermöglicht.


    Transformationswiderstände verstehen – nicht bekämpfen

    Veränderung erzeugt Widerstand – und das ist normal. Angst vor dem Unbekannten, Unsicherheit über neue Prozesse oder Zweifel am Nutzen: Diese Emotionen gehören dazu. Es ist daher zu betonen, dass Widerstände ernst genommen und aktiv angesprochen werden müssen. Kommunikation wird so zum Werkzeug der Aufklärung, Beruhigung und Motivation. CommTech, als Schnittstelle zwischen Kommunikation und Technologie, wird zum Erfolgsfaktor. Der Beitrag der Kommunikation zu Mitarbeiterbindung oder «Corporate Bonding» kann auf zwei Ebenen erfolgen: Erstens über die Vermittlung eben dieser Themen über gutes Storytelling, zweitens aber auch über das Bereitstellen und Moderieren von internen Kommunikationsplattformen und das Management interner Communities. Dies schafft Verbundenheit und Zugehörigkeit.

    Drei zentrale Barrieren gilt es dabei zu adressieren:

    • Nicht-Wissen: durch Information und transparente Kommunikation überwinden
    • Nicht-Können oder -Dürfen: durch klare Zuständigkeiten, Schulungen und organisatorische Rahmenbedingungen beheben
    • Nicht-Wollen: durch Beteiligung, Perspektivwechsel und sinnstiftende Kommunikation auflösen

    Kultur ist der Nährboden für Wandel

    Technologien kann man einführen, Kultur muss man gestalten. Und genau hier liegt die eigentliche Herausforderung. Die digitale Kultur basiert auf Offenheit, Mut zum Ausprobieren, Fehlerfreundlichkeit und bereichsübergreifender Zusammenarbeit. Doch diese Werte widersprechen oft der traditionellen Verwaltungskultur, die auf Stabilität, Verlässlichkeit und klaren Hierarchien basiert.

    Ein digitales Mindset lässt sich nicht anordnen – aber die Rahmenbedingungen lassen sich verändern. Wer Spielräume schafft, Experimente erlaubt und Netzwerke stärkt, legt den Grundstein für eine neue Denkweise. Mit der Zeit folgt dann auch das Mindset – nicht andersherum. Wer die Kommunikationsabteilung konsequent auf die Digitalisierung ausrichtet, wird auch die Organisation anpassen müssen. Reaktionsgeschwindigkeit wird im Kommunikationsalltag zu einem neuen Wert, der Toleranz statt Perfektion verlangt. Strukturen und Prozesse müssen sicherstellen, dass die strategischen Themen des Unternehmens, aber auch die in Markt und Gesellschaft relevanten Themen aufgegriffen, bearbeitet und zum richtigen Zeitpunkt über die richtigen Kanäle in der richtigen Form kommuniziert werden – multimodal und crossmedial. Agile Strukturen erleichtern die entsprechenden Prozesse.

    Kulturwandel ist oft Voraussetzung wie auch Ergebnis der digitalen Transformation.

    Transformation braucht Menschen, die vorangehen. Führungskräfte, Changemaker, Innovatoren sind nicht nur Entscheider, sondern auch Kommunikatoren. Sie gestalten den Wandel durch ihr Verhalten – und ihre Geschichten. Persönliche Erfahrungen, individuelle Lernprozesse und eigene Zweifel machen Veränderung nachvollziehbar und nahbar.

    Zugleich werden freiwillige Netzwerke von „Digitalen Enthusiasten“ gefördert, die als interne Multiplikatoren wirken. Sie helfen dabei, den Wandel auf Augenhöhe zu verankern – von innen heraus, über Abteilungsgrenzen hinweg. Dazu zählen der konsequente Ausbau digitaler Kompetenzen in den Kommunikationsabteilungen, die stärkere Integration von Kommunikation in strategische Führungsprozesse sowie die Etablierung einer dialogorientierten, offenen Kommunikationskultur. Zudem fordert die Studie, interne Kommunikationsstrukturen agiler zu gestalten und neue digitale Formate zu nutzen, um Mitarbeitende aktiv einzubinden. Diese Agenda unterstreicht: Wer Wandel gestalten will, muss Kommunikation systematisch entwickeln – als Motor für Kultur, Zusammenarbeit und Zukunftsfähigkeit.


    Kommunikationsherausforderungen ein Spagat zwischen verändern und bewahren

    Die Digitalisierung bringt nicht nur Chancen, sondern auch kommunikative Spannungsfelder mit sich:

    • Zunächst Mehraufwand statt sofortiger Entlastung: Digitalisierung bedeutet zunächst Investitionen – Zeit, Geld und Energie. Der Nutzen wird oft erst später sichtbar.
    • Hohe Erwartungen der Beteiligten: Digitale Services sollen jederzeit, intuitiv und reibungslos funktionieren. Gleichzeitig muss die Organisation auch analoge Angebote aufrechterhalten.
    • Die Mitarbeitenden sollten aber auch wahrnehmungspsychologisch geschult werden:
      • Wie funktionieren Narrative?
      • Was ist Framing?
      • Wie funktioniert generell die menschliche Wahrnehmung?
    • Unterschiedliche Veränderungsgeschwindigkeiten und Rhytmen: schneller agieren kann, heißt auch – „fail fast.
    • Unternehmen müssen deshalb in der Lage sein, in den öffentlichen Diskursen Stellung zu nehmen zu Potenzialen und Herausforderungen des mit der Digitalisierung verbundenen gesellschaftlichen Wandels.
    • Ambivalente Haltungen: Viele nutzen digitale Tools im Alltag intensiv, andere stehen deren Einführung aber skeptisch gegenüber.

    Diese Gegensätze müssen in der Kommunikation offen benannt, erklärt und ausgeglichen werden. Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen ehrlich vermittelt werden. Unternehmen, in denen Kommunikationsverantwortliche frühzeitig in strategische Entscheidungen eingebunden werden, haben deutlich bessere Voraussetzungen für erfolgreiche Transformationsprozesse. Diese Entwicklung verlangt eine stärkere Aufwertung der Kommunikationsfunktion – nicht als bloßes Sprachrohr, sondern als Gestalterin von Kultur und Haltung.


    Intern stark – extern wirksam

    Obwohl der Fokus auf interner Kommunikation liegt, hat der Wandel auch eine Außenwirkung. Eine transparente, verständliche und dialogorientierte Kommunikation stärkt das Bild einer modernen, kundennahen Organisation – und damit das Vertrauen in das Unternehmen. Relevant sein und Vertrauen schaffen sind Postulate für die Unternehmenskommunikation, welche die Zeiten bislang überdauert haben und wohl noch lange ihre Gültigkeit behalten. Im dramatischen Wandel, welcher Gesellschaften, Staaten und da
    mit auch Organisationen und Unternehmen in den letzten Jahren erfasst hat, werden diese zwei Postulate allerdings zu einer immer größeren Herausforderung.

    Die Botschaft ist klar: Digitale Transformation ist kein Selbstzweck. Sie dient den Menschen. Wer das glaubhaft vermitteln kann, gewinnt Mitstreiter – intern wie extern. Fehlende digitale Reife hemmt die Wirkung
    Viele Kommunikationsabteilungen sind selbst noch nicht ausreichend digital transformiert. Dies betrifft sowohl technische Infrastruktur als auch methodisches Know-how und Mindset. Dieser Rückstand erschwert nicht nur die digitale Kommunikation nach außen, sondern auch die interne Vorbildfunktion. Es braucht daher gezielte Investitionen in die digitale Reife von Kommunikationsbereichen – nicht nur in Tools, sondern vor allem in Kompetenzen und agile Arbeitsweisen. Die Menschen bewegen sich nur noch auf bestimmten Kanälen und Plattformen, tauschen sich in ihren eigenen Communities aus und sind für Unternehmen immer
    schwerer erreichbar. Communities bilden oft eigentliche Echokammern und bestätigen sich gegenseitig in ihren Narrativen.

    Die Rolle der Kommunikationsabteilung ist es, diese Themen in Narrative zu verwandeln und mediengerecht aufzubereiten. Der Einsatz von Bewegtbild, Voice-Formaten, die Nutzung von Botschafter und Netzwerken sind Stichworte, wie im digitalen Raum Aufmerksamkeit generiert werden kann. Erfolgreiches Storytelling verknüpft die unternehmensstrategischen Themen mit den Lebens- und Kommunikationswelten der Stakeholder.


    Transformation und ihre Stories

    Die digitale Transformation ist unumgänglich. Aber sie ist gestaltbar – mit Kommunikation als Kompass. Wer Veränderung verständlich macht, schafft Vertrauen. Wer Beteiligung ermöglicht, baut Motivation auf. Und wer Kultur lebt, bringt Menschen in Bewegung. Erfolg hängt von der Haltung ab – nicht nur vom Kanal
    Ein besonders interessanter Aspekt der Forschung betrifft die Haltung hinter der Kommunikation. Die Studie macht deutlich: Technologische Mittel wie Social Intranets, Collaboration-Tools oder digitale Storytelling-Formate entfalten nur dann Wirkung, wenn sie mit einer dialogischen, offenen und lernbereiten Haltung verbunden sind. Erfolgreiche Kommunikation im Wandel basiert nicht auf Senden, sondern auf Zuhören, Partizipation und dem Mut, auch über Unsicherheiten zu sprechen. Diese Haltung muss in der Organisation aktiv gefördert werden.

    Wandel braucht Worte. Und diese Worte brauchen Haltung.


    🔟 Kommunikations-Hacks für erfolgreiche digitale Transformation

    1. Wiederhole mit Absicht
      Wichtige Botschaften brauchen Wiederholung – über verschiedene Kanäle, Formate und in leicht variierten Formulierungen. Menschen merken sich Dinge nicht beim ersten Mal. Wiederholung schafft Vertrauen. Vertrauen und Wiederholung bringt Loyalität.
    2. Sprich die Sprache deiner Zielgruppe
      Verzichte auf Fachjargon. Nutze Beispiele, Bilder und Begriffe, die im Alltag der Zielgruppe verankert sind. Was man versteht, nimmt man eher an.
    3. Erzähle persönliche Geschichten
      Menschen folgen Menschen – nicht PowerPoints. Persönliche Erlebnisse, Fehler und Lernerfolge machen Veränderung greifbar und inspirierend.
    4. Nutze das Prinzip der kleinen Schritte
      Zeige Erfolge, auch wenn sie klein sind. Sichtbare Fortschritte motivieren mehr als große Visionen, die noch weit entfernt sind.
    5. Baue emotionale Brücken
      Sprich nicht nur über Zahlen, Prozesse und Tools – sondern auch über Hoffnungen, Sorgen und Werte. Emotionale Resonanz ist der Schlüssel zur Veränderungsbereitschaft.
    6. Stelle Fragen statt nur Antworten zu liefern
      Veränderung gelingt, wenn Menschen mitdenken dürfen. Fragen wie „Was würde dir helfen?“ oder „Was bremst dich aktuell?“ öffnen Räume für Beteiligung.
    7. Feiere digitale Pioniere sichtbar
      Wertschätze öffentlich diejenigen, die mutig Neues ausprobieren. Das motiviert andere und macht Vorbilder sichtbar.
    8. Fördere Peer-Kommunikation
      Lass Mitarbeitende untereinander erzählen, wie sie mit Veränderungen umgehen. Kolleg*innen glauben wir oft mehr als Vorgesetzten oder externen Experten.
    9. Kommuniziere auch das Unperfekte
      Nicht jede digitale Lösung ist sofort perfekt. Offenheit über Baustellen schafft Vertrauen – und reduziert die Erwartung an „glatte“ Kommunikation.
    10. Erlaube Humor und Leichtigkeit
      Transformation ist anstrengend – Humor wirkt entlastend, nimmt Druck raus und schafft Nähe. Auch ernste Themen dürfen leicht kommuniziert werden.

  • Zwischen Aufbruch und Flucht: Warum Mitarbeitende wirklich kündigen?

    Zwischen Aufbruch und Flucht: Warum Mitarbeitende wirklich kündigen?

    Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Organizational Behavior and Human Decision Processes, zeigt eine Analyse der Fluktationsgründe. Auf Basis von drei methodisch unterschiedlichen Studien mit quantitativen und qualitativen Daten wird deutlich, dass Mitarbeitende nicht nur vor Problemen fliehen, sondern auch gezielt neue Chancen suchen – und das oft gleichzeitig.

    Die zentrale Fragestellung lautete:

    Überwiegen bei freiwilliger Fluktuation vermeidungsorientierte Fluktationssgründe – wie Stress oder Probleme mit der Führung – gegenüber ansatzorientierten Motiven wie Karrierechancen oder Entwicklungsmöglichkeiten?

    Der theoretische Rahmen: Annäherung und Vermeidung

    Im Zentrum der Studie steht das Konzept der Annäherungs- und Vermeidungsorientierung. Während vermeidungsorientierte Motive darauf abzielen, negative Zustände oder Erfahrungen zu reduzieren oder zu vermeiden (z. B. Stress, Konflikte mit Vorgesetzten), beziehen sich annäherungsorientierte Motive auf das Streben nach positiven Zielen (z. B. Entwicklungsmöglichkeiten, neue Herausforderungen).

    Diese Unterscheidung bietet eine fundierte Grundlage zur Analyse von Kündigungsgründen und erlaubt es, über eindimensionale Erklärungsansätze hinauszugehen.

    Drei Studien – differenziertes Bild über Fluktationsgründe

    StudieMethodeStichprobeKernergebnisse
    1Systematische Literaturrecherche78 StudienStress durch Überlastung am häufigsten genannt; Chefprobleme zentral, aber nicht dominant
    2Online-BefragungN = 197Durchschnittlich 3–4 Gründe pro Person; Annäherung und Vermeidung gleich häufig; Chefprobleme auf Platz 3
    3Analyse von Exit-InterviewsN = 312Durchschnittlich 4 Gründe; Annäherungsgründe häufiger als Vermeidungsgründe; Chefprobleme auf Platz 3

    🧠 Die wichtigsten Erkenntnisse – in Zahlen und Aussagen über die Fluktationsgründe

    • Stress durch Arbeitsüberlastung war in allen drei Studien ein zentraler Kündigungsgrund – insbesondere in anonymer Datenerhebung (Studie 1).
    • Führungsverhalten belegten in allen Studien Platz 3, oft in Kombination mit Stress und Kollegenkonflikten. In Online-Bewertungen waren sie besonders prominent.
    • Mitarbeitende gaben im Schnitt 3–4 Gründe für ihre Kündigung an (Studien 2 & 3).
    • In Studie 2 berichteten Beschäftigte, dass sie etwa 75 % ihrer tatsächlichen Gründe im Exit-Gespräch offenlegten. Probleme mit Führungskräften wurden dabei eher zurückgehalten.
    • Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten wurden in allen Studien als häufige annäherungsorientierte Gründe genannt – zum Teil wichtiger als Vermeidungsgründe.
    • In Studie 3 zeigte eine latente Klassenanalyse: Es gibt „Annäherungs-Leaver“, „Vermeidungs-Leaver“ und „Family-Leaver“ mit klar unterscheidbaren Motivprofilen.

    Die Fluktationsgründe und Motive

    • Ein genauerer Blick auf die inhaltlich häufigsten Fluktuationsgründe zeigt, wie vielfältig die Motivlagen der Beschäftigten sind. Ansatzorientierte Gründe standen in vielen Fällen im Vordergrund – allen voran der Wunsch nach einem attraktiveren Jobangebot („Attraction to other jobs“) und Karriere- oder Entwicklungsmöglichkeiten. Auch bessere Aufgabeninhalte im Unternehmen und das Streben nach besserer Bezahlung wurden häufig genannt. Auf der Seite der vermeidungsorientierten Gründe rangierten insbesondere der Wunsch nach weniger Stress, Probleme mit direkten Vorgesetzten, Kollegenkonflikte sowie Unzufriedenheit mit Arbeitszeiten unter den häufigeren Motiven. Auch Beschwerden über das obere Management wurden wiederholt genannt. Interessanterweise zeigten einige Motive, wie der Wunsch nach einem Lebens- oder Karrierewandel oder familiär bedingte Umzüge, negative Korrelationen mit den zentralen Variablen, was auf sehr individuelle Entscheidungsgründe hinweist. Die Ergebnisse machen deutlich: Kündigungen sind selten monokausal – sie spiegeln ein Wechselspiel aus belastenden Faktoren und attraktiven Alternativen wider. Unternehmen sollten dieses Zusammenspiel ernst nehmen und sowohl auf der Entlastungs- als auch auf der Entwicklungsebene gezielt ansetzen.
    • Unzufriedenheit mit der Führungskraft ist zu simpel. Chefprobleme spielen eine Rolle – aber sie sind selten der einzige oder häufigste Grund für eine Kündigung.
    • Fluktuation ist meist kein Entweder-Oder, sondern ein Sowohl-als-auch: Stress und Führungskonflikte auf der einen Seite, Karriereaussichten und Entwicklung auf der anderen.
    • Der Erhebungskontext beeinflusst die Nennung der Gründe: In anonymen Umfragen dominieren Vermeidungsgründe, in offiziellen Exit-Interviews eher positive Narrative.

    Handlungsempfehlungen zur Fluktationsvermeidung für Unternehmen

    1. Stressprävention ernst nehmen – Arbeitsüberlastung ist ein Hauptgrund für Kündigungen.
    2. Führungskultur entwickeln, aber nicht als alleinigen Hebel betrachten.
    3. Attraktive Karrierepfade anbieten – sie wirken nicht nur bindend, sondern ziehen auch aktiv Talente an.
    4. Datensensibilität bei Exit-Gesprächen: Vertraulichkeit kann helfen, ehrlichere Einblicke zu erhalten.
    5. Unterschiedliche Datentypen kombinieren: Anonyme Feedbacks (z. B. aus Kununu, Glassdoor etc.) und strukturierte Gespräche ergänzen sich sinnvoll.

    📘 Während vermeidungsorientierte Fluktationsgründe wie chronischer Stress, Überlastung oder Konflikte mit der Führungsebene oft eine akute Belastung darstellen, die Beschäftigte „wegtreiben“, sind ansatzorientierte Motive eher zukunftsgerichtet und spiegeln das Streben nach Weiterentwicklung, Sinn oder Aufstieg wider – sie „ziehen“ Mitarbeitende zu neuen Möglichkeiten hin. Die Studien zeigen, dass diese beiden Motivlagen nicht als Gegensätze verstanden werden sollten, sondern häufig gemeinsam auftreten: Viele Mitarbeitende verlassen das Unternehmen nicht nur, weil sie unter Druck stehen oder unzufrieden sind, sondern auch, weil sie anderswo bessere Perspektiven sehen. In den Daten wird deutlich, dass insbesondere Karrierechancen und Entwicklungsmöglichkeiten wiederholt als ebenso oder sogar stärker gewichtet genannt wurden wie vermeidungsbasierte Gründe. Dieses Zusammenspiel legt nahe: Eine erfolgreiche Retention-Strategie muss nicht nur auf Problemlösung setzen, sondern aktiv Potenziale aufzeigen und individuelle Entwicklungswege ermöglichen. Mitarbeitende verlassen Organisationen aus einer Vielzahl von Gründen. Wer nur auf die Führungskraft schaut, verkennt die strategische Tiefe der Kündigungsentscheidung. Für eine wirksame Mitarbeiterbindung braucht es Maßnahmen, die Belastungen verringern, aber auch echte Perspektiven bieten.

    📄 Zur vollständigen Studie auf ScienceDirect

  • Die Zukunft gestalten: Verantwortung, Innovation und Megatrends

    Die Gestaltung der Zukunft ist keine Option, sondern eine Verantwortung. In einer Welt, die von rasanter technologischer Entwicklung und globalen Herausforderungen geprägt ist, sind Weitsicht, Mut und Innovationskraft gefragt. Der Bericht The Global 50 (2025), herausgegeben von der Dubai Future Foundation, skizziert eine Vision für die Zukunft, die auf zehn Megatrends, Unsicherheiten und 50 Chancen basiert, hier die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Bericht und Impulse für die aktive Zukunftsgestaltung.

    Megatrends: Die treibenden Kräfte des Wandels

    Megatrends sind langfristige, tiefgreifende Veränderungen, die unsere Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt prägen. Sie sind eng miteinander verwoben und beeinflussen verschiedene Bereiche des Lebens. Der Bericht The Global 50 (2025) hebt zehn entscheidende Megatrends hervor, die unsere Zukunft bis 2030 und darüber hinaus formen werden.

    10 Megatrends future oportunities Global 50 Report

    Megatrend 1: Materialrevolution

    Neue Werkstoffe wie transparente Holzstrukturen oder Quantenmaterialien bieten neue Möglichkeiten in Architektur, Elektronik und Energiegewinnung. Insbesondere Biomimetik inspiriert viele neue Materialentwicklungen, die auf Prinzipien aus der Natur basieren. Beispielsweise können durch wasserabweisende Nanobeschichtungen, die auf der Struktur von Lotusblättern basieren, selbstreinigende Fassaden geschaffen werden. Der Markt für neue Materialien wird bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von mehreren hundert Milliarden Dollar erreichen.

    Megatrend 2: Datenflut und Multidimensionale Analysen

    Die Digitalisierung erzeugt exponentiell wachsende Datenmengen. Fortschritte in KI und maschinellem Lernen ermöglichen neue Wege der Analyse und Entscheidungsfindung. Der Einsatz von Quantencomputing wird in den kommenden Jahren einen massiven Sprung in der Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen ermöglichen. Bereits heute werden pro Tag weltweit mehr als 2,5 Trillionen Bytes an Daten generiert. Der Trend geht hin zu multimodalen Daten, die aus verschiedenen Quellen wie Sensoren, Kameras und Textanalysen zusammengeführt werden, um fundiertere Entscheidungen zu ermöglichen.

    Megatrend 3: Technologische Verwundbarkeiten

    Cyberkriminalität und Sicherheitsrisiken nehmen mit der Vernetzung der Welt zu. Interoperabilität und Cyber-Resilienz werden immer wichtiger. Besonders im Bereich der kritischen Infrastruktur, wie Energieversorgung und Finanzwesen, sind Cyberangriffe eine ernste Bedrohung. Schätzungen zufolge werden die weltweiten Kosten durch Cyberkriminalität bis 2025 auf mehr als 10,5 Billionen US-Dollar ansteigen. Unternehmen und Regierungen investieren verstärkt in Künstliche Intelligenz zur Bedrohungserkennung und -abwehr.

    Megatrend 4: Energiegrenzen

    Der Übergang zu erneuerbaren Energien erfordert Investitionen in Wasserstofftechnologien, Batterieinnovationen und Energieeffizienz. Die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wie Lithium und Kobalt steigt rapide, um die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher voranzutreiben. Experten prognostizieren, dass allein der Markt für grünen Wasserstoff bis 2050 einen Wert von über 600 Milliarden Dollar erreichen wird. Gleichzeitig wird an neuen Speichertechnologien geforscht, um die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen.

    Megatrend 5: Evolvierende Ökosysteme

    Regenerative Praktiken in Landwirtschaft, Stadtplanung und Klimaschutz werden zur Norm, um Biodiversität zu schützen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Konzepte wie regenerative Landwirtschaft, bei der Bodenqualität durch natürliche Prozesse verbessert wird, gewinnen weltweit an Bedeutung. Initiativen zur Renaturierung von Wäldern und Meeresgebieten werden ausgeweitet, um den Klimawandel einzudämmen. Bis 2030 könnten durch solche Maßnahmen weltweit mehrere Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden.

    Megatrend 6: Grenzenlose Welt – Fluid Economies

    Digitale Identitäten, Kryptowährungen und dezentralisierte Plattformen verändern wirtschaftliche und regulatorische Strukturen. Wirtschaftliche und regulatorische Strukturen verschieben sich durch Kryptowährungen, digitale Identitäten und dezentralisierte Plattformen. Blockchain-Technologien erleichtern globale Transaktionen und könnten herkömmliche Finanzsysteme in vielen Bereichen ersetzen. Bereits heute machen Kryptowährungen einen bedeutenden Anteil am globalen Finanzmarkt aus, und viele Zentralbanken entwickeln eigene digitale Währungen. Parallel dazu entstehen neue Geschäftsmodelle in der Token-Ökonomie, die digitale Assets und künstliche Intelligenz kombinieren.

    Megatrend 7: Digitale Realitäten

    Virtuelle und erweiterte Realitäten revolutionieren Bildung, Gesundheitswesen und Unterhaltung. Die Verschmelzung von virtuellen und realen Identitäten wird zunehmend relevant. Die digitale Transformation verändert nicht nur Wirtschaft und Kommunikation, sondern auch unser tägliches Leben. Mit dem Aufstieg von 5G- und 6G-Technologien werden immersive digitale Erlebnisse in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen und Unterhaltung. Ein weiterer wichtiger Aspekt digitaler Realitäten ist die zunehmende Vermischung von virtuellen und realen Identitäten. Studien zeigen, dass dies sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl haben kann, abhängig davon, wie stark sich die virtuelle Identität von der realen unterscheidet.


    Megatrend 8: Technologische Schwachstellen

    Die Abhängigkeit von Technologie macht Systeme anfällig. Internationale Kooperationen und KI-gestützte Lösungen sind entscheidend, um Sicherheitslücken zu schließen. Die zunehmende Vernetzung von Systemen macht Cyberangriffe zu einer existenziellen Bedrohung für Unternehmen und Regierungen. Im Jahr 2023 dauerte es durchschnittlich 258 Tage, um eine Sicherheitslücke zu identifizieren und zu schließen . Dies verdeutlicht den dringenden benötigte Sicherheitsstandards und einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Staaten und Unternehmen.

    Die Rolle von KI in der Cybersicherheit

    Künstliche Intelligenz wird zunehmend zur Identifikation und Abwehr von Cyberbedrohungen eingesetzt. Gleichzeitig wächst jedoch das Risiko, dass KI selbst zur Waffe von Hackern wird. Prognosen zufolge könnten bis 2030 über 50 % aller Cyberangriffe durch KI-gestützte Techniken erfolgen. Internationale Kooperation für Cybersicherspiel für erfolgreiche Kooperationen ist Estlands X-Road-System, das in mehreren Ländern genutzt wird, um digitale Regierungsdienstleistungen sicher zu vernetzen . Solche Modelle könnten als Blaupause für eine globale Cybersicherheit dienen.

    Megatrend 9: Zukunft der Menschheit

    Kreativwirtschaft, KI & neue Arbeitskultur

    Die Generation Z stellt neue Anforderungen an die Arbeitswelt
    Die Generation Z, die bis 2025 rund 27 % der weltweiten Arbeitskräfte ausmacht, hat andere Prioritäten als frühere Generationen. Sicherheit, sinnstiftende Arbeit und eine werteorientierte Unternehmenskultur, Arbeitskultur und Unternehmensdesigns sind ihnen wichtiger als rein monetäre Anreize. Unternehmen, die sich nicht anpassen, könnten es schwer haben, Talente langfristig zu binden.

    Die Kreativwirtschaft wächst rasant
    Die kulturelle und kreative Wirtschaft wird bis 2030 einen immer größeren Einfluss auf das globale BIP haben. Schon heute trägt sie rund 2,3 Billionen USD zur Weltwirtschaft bei und macht 3,1 % des globalen BIP aus. Experten erwarten, dass dieser Anteil auf 10 % steigen könnte. Digitale Plattformen, Virtual Reality (VR) und neue Medienformate verändern die Art, wie Kunst und Kultur konsumiert werden. Doch Finanzierung bleibt eine Herausforderung – ein Bereich, in dem neue Fördermodelle und digitale Monetarisierungsstrategien entscheidend sein werden.

    KI verändert den Zugang zur Gerechtigkeit
    Weltweit haben 5,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu einem funktionierenden Rechtssystem. Hier kommt künstliche Intelligenz ins Spiel: Erste Tests zeigen, dass große Sprachmodelle (LLMs) als Mediatoren in Rechtsstreitigkeiten äußerst effektiv sind – in 84 % der Fälle lieferten sie Lösungen, die von den Streitparteien akzeptiert wurden. Das könnte die Art und Weise, wie wir Konflikte lösen, grundlegend verändern.


    Megatrend 10: Fortschritte in Gesundheit und Ernährung

    Die Gesundheits- und Ernährungsbranche erfährt einen Paradigmenwechsel durch technologische Fortschritte.

    Personalisierte Medizin wird zur Realität
    Die Gesundheitsbranche erlebt eine Revolution: Dank Präzisionsmedizin werden Therapien zunehmend individuell auf Patienten zugeschnitten. 2023 machten Präzisionsmedizin-Therapien 38 % aller neuen FDA-Zulassungen aus. Die Forschung im Bereich Epigenetik wächst jährlich um 15 % und könnte Krankheiten wie Krebs oder neurologische Störungen effektiver bekämpfen als je zuvor.

    Luftqualität als unterschätzter Gesundheitsfaktor
    Neue Forschungen zeigen, dass Luftverschmutzung epigenetische Veränderungen verursacht, die langfristig das Risiko für Krankheiten erhöhen. Der weltweite Markt für Lösungen zur Verbesserung der Luftqualität wird bis 2030 auf über 50 Milliarden USD geschätzt. Intelligente Umweltüberwachungssysteme sollen dabei helfen, Gesundheitsbelastungen zu reduzieren und Städte lebenswerter zu machen.

    Alternative Proteine revolutionieren unsere Ernährung
    Die Art und Weise, wie wir uns ernähren, steht vor einem Wendepunkt. Alternative Proteinquellen – wie Insektenproteine, kultiviertes Fleisch und Algen – werden als nachhaltige Lösung für die wachsende Weltbevölkerung gesehen. Bis 2030 soll dieser Markt auf 290 Milliarden USD anwachsen. Gleichzeitig gewinnt Biochar, eine Form von Pflanzenkohle, an Bedeutung, da sie landwirtschaftliche Erträge steigern und CO₂ im Boden speichern kann.Präzisionsmedizin, alternative Proteinquellen und KI-gestützte Ernährungslösungen revolutionieren die Gesundheitsversorgung und Ernährung.


    Die Megatrends als Wegweiser für den Wandel

    Die Megatrends zeigen tiefgreifende Veränderungen in Technologie, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt, die unsere Zukunft prägen werden. Zu den Kernpunkten zählt die technologische Revolution, die durch künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Robotik neue Horizonte eröffnet. Nachhaltigkeit bleibt zentral, mit Innovationen in erneuerbaren Energien und regenerativer Landwirtschaft. Globale Interdependenzen und demografische Verschiebungen erfordern ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft, Kultur und sozialer Resilienz. Die digitale Welt wird durch immersive Realitäten und dezentralisierte Systeme transformiert, während Cybersecurity essenziell bleibt, um technologische Schwachstellen zu adressieren. Schließlich treiben Fortschritte in Gesundheit und Ernährung Präzisionsmedizin und alternative Proteinquellen voran, um weltweite Lebensqualität zu verbessern. Diese Trends unterstreichen die Notwendigkeit globaler Zusammenarbeit, technologischer Innovation und nachhaltigen Denkens, um eine stabile, gerechte und zukunftsfähige Welt zu schaffen.

  • Veränderte Normen und Paradoxien in der neuen Arbeitswelt

    Veränderte Normen und Paradoxien in der neuen Arbeitswelt

    Die Arbeitswelt befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Technologische Fortschritte, gesellschaftliche Veränderungen und neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen führen dazu, dass traditionelle Arbeitsnormen hinterfragt und durch neue Konzepte ersetzt werden. Doch mit dieser Transformation entstehen auch Paradoxien, die Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen vor Herausforderungen stellen. Das „WORK Panorama 2025“ von Raphael Gielgen identifiziert zentrale Entwicklungen und zeigt auf, wie Organisationen sich darauf einstellen können.

    Normen als Grundpfeiler organisationaler Kultur

    Normen sind zentrale Richtlinien, die das Verhalten in Organisationen prägen und die Art und Weise beeinflussen, wie Entscheidungen getroffen, Innovationen vorangetrieben und Zusammenarbeit gestaltet wird. Sie entstehen aus kollektiven Überzeugungen und setzen implizite oder explizite Standards für akzeptables Handeln. Im Kontext des „Geek Way“ von Andrew McAfee spielen insbesondere vier zentrale Normen eine Rolle: Wissenschaft, Eigenverantwortung, Geschwindigkeit und Offenheit. Diese „A-Normen“ fördern eine agile, experimentierfreudige und evidenzbasierte Unternehmenskultur. Im Gegensatz dazu stehen „B-Normen“ wie Hierarchie, Absicherung, Planbarkeit und Konsens, die oft mit traditionelleren, stärker reglementierten Organisationsstrukturen verbunden sind. Während B-Normen Risiken minimieren und Stabilität gewährleisten, ermöglichen A-Normen schnelle Lernprozesse, selbstbestimmtes Arbeiten und iterative Weiterentwicklung. Die Zukunft erfolgreicher Organisationen liegt in der bewussten Balance dieser Normen, um sowohl Effizienz als auch Innovationskraft zu maximieren.

    Next Work Skills – Neue Fähigkeiten für eine dynamische Arbeitswelt

    Die Digitalisierung und Automatisierung verändern nicht nur die Art der Arbeit, sondern auch die erforderlichen Kompetenzen. Technisches Know-how reicht längst nicht mehr aus – Soft Skills wie Kreativität, kritisches Denken und emotionale Intelligenz gewinnen an Bedeutung. Unternehmen stehen vor dem Paradoxon, dass sie einerseits Spezialwissen benötigen, andererseits aber auch generalistisch denkende Mitarbeitende fördern müssen, die sich schnell an neue Gegebenheiten anpassen können.

    Beta Work – Permanentes Lernen statt abgeschlossener Qualifikationen

    Während in der Vergangenheit eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium als ausreichende Qualifikation für eine lange Karriere galt, ist Lernen heute ein kontinuierlicher Prozess. Arbeitskräfte müssen sich ständig weiterbilden und neue Fähigkeiten erwerben, um mit den rasanten Entwicklungen Schritt zu halten. Die Herausforderung für Unternehmen besteht darin, eine Lernkultur zu etablieren, die lebenslanges Lernen fördert, ohne Mitarbeitende zu überfordern oder starre Weiterbildungsinitiativen aufzusetzen.

    Dezentralisierung – Autonomie vs. Kontrolle

    Ein weiteres Spannungsfeld ergibt sich aus der Dezentralisierung von Entscheidungsprozessen. Klassische hierarchische Strukturen weichen immer häufiger agilen und selbstorganisierten Teams. Diese Entwicklung bringt viele Vorteile mit sich, erfordert aber auch ein neues Verständnis von Führung. Führungskräfte müssen lernen, Kontrolle abzugeben und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, das Orientierung bietet und Verantwortungsbewusstsein fördert.

    Human to Human – Technologie und Menschlichkeit im Einklang

    Die zunehmende Digitalisierung erleichtert viele Arbeitsprozesse, birgt aber auch die Gefahr der Entmenschlichung. Unternehmen müssen einen Balanceakt zwischen Automatisierung und menschlicher Interaktion meistern. Während viele Routineaufgaben von Künstlicher Intelligenz übernommen werden, bleibt zwischenmenschliche Kommunikation essenziell für Innovation und Zusammenarbeit. Die Herausforderung liegt darin, Technologie als Unterstützung zu begreifen, ohne den menschlichen Faktor zu vernachlässigen.

    Augmented Age – Mensch und KI als Team

    Die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag stellt eine weitere paradoxe Entwicklung dar: Einerseits eröffnet sie enorme Effizienzgewinne und neue Möglichkeiten, andererseits erfordert sie eine kritische Auseinandersetzung mit ethischen und sozialen Fragen. Mitarbeitende müssen lernen, mit KI-gestützten Systemen zusammenzuarbeiten und deren Potenziale zu nutzen, ohne dabei ihre eigene Entscheidungsfähigkeit und Kreativität einzuschränken.

    Robot Natives – Die nächste Generation der Arbeitskräfte

    Junge Talente wachsen in einer Welt auf, in der Automatisierung und Robotik selbstverständlich sind. Für sie sind digitale Assistenten, smarte Technologien und vernetzte Systeme keine Neuheit, sondern Alltag. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass diese Generation ganz andere Erwartungen an Arbeitsumgebungen und Führungskultur hat. Gleichzeitig besteht die Herausforderung, den Wissenstransfer zwischen erfahrenen Mitarbeitenden und der neuen Generation zu gewährleisten.

    Shortage of Resources – Nachhaltigkeit als unternehmerische Notwendigkeit

    Die Verknappung natürlicher Ressourcen zwingt Unternehmen dazu, nachhaltigere Geschäftsmodelle zu entwickeln. Nachhaltigkeit ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit. Das Paradoxon liegt darin, dass kurzfristige Effizienzsteigerungen oft im Widerspruch zu langfristiger ökologischer Verantwortung stehen. Organisationen müssen Wege finden, wirtschaftlichen Erfolg mit nachhaltigem Handeln in Einklang zu bringen.

    Vitra Innovationpark (IPAI)

    Normen gezielt verändern

    Die neue Arbeitswelt ist geprägt von Widersprüchen und Herausforderungen, die keine einfachen Lösungen zulassen. Unternehmen und Beschäftigte müssen lernen, mit diesen Paradoxien umzugehen, sie zu verstehen und als Chance zu begreifen. Normen ändern sich nicht von heute auf morgen – sie müssen bewusst geformt und durch systematische Veränderungen in Führung, Strukturen und Kultur verankert werden. Veränderung beginnt mit einem überzeugenden Warum. Führungskräfte müssen transparent kommunizieren, warum bestehende Normen angepasst werden müssen und welche Vorteile neue Verhaltensweisen bringen. Menschen verändern sich nicht isoliert – sondern durch soziale Dynamiken. Wenn Teams gemeinsam neue Normen leben, entsteht eine Selbstverstärkung.

    Nudging & Habit Formation: Kleine Schritte statt große Umbrüche

    Kleine, gezielte „Schubser“ (Nudging) verändern Verhalten effektiver als radikale Umstellungen (Thaler & Sunstein, 2008). Einfache Maßnahmen wie regelmäßige Reflexionsfragen in Meetings, kleine Challenges oder Reminder für gewünschte Verhaltensweisen helfen, neue Normen schrittweise zu verankern.

    Entscheidungsprozesse von Konsens auf Schnelligkeit umstellen

    In vielen Organisationen werden Entscheidungen durch langwierige Abstimmungen blockiert.
    Nötige strukturelle Anpassungen:
    „Disagree & Commit“-Prinzip einführen: Teams dürfen widersprechen, müssen aber eine getroffene Entscheidung mittragen
    Verantwortung für Entscheidungen klar zuordnen
    Schnelle Pilotprojekte statt endloser Abstimmungen

    Kontinuierliches Feedback & Iteration: Veränderung als Lernprozess verstehen

    Normenveränderung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Regelmäßige Feedbackschleifen (z. B. Retrospektiven, Mitarbeiterbefragungen) helfen, die Transformation anzupassen und weiterzuentwickeln. Wer eine Kultur des Experimentierens und Lernens will, muss starre Prozesse aufbrechen.
    Nötige strukturelle Anpassungen:
    Einführung von agilen Methoden (Scrum, Kanban)
    Schnelle Feedbackzyklen statt Jahresgespräche
    MVP-Ansatz für Innovationen (Minimum Viable Products testen, statt monatelang zu planen)

    Veränderung als bewusster, iterativer Prozess

    Normenveränderung gelingt nicht durch bloße Ankündigungen, sondern durch ein Zusammenspiel aus Vorleben, strukturellen Anpassungen, psychologischer Sicherheit und kontinuierlicher Reflexion. Wer Verhaltensänderung als Lernreise gestaltet, schafft eine dynamische, zukunftsfähige Organisation. Von Hierarchie zu Empowerment, wenn Eigenverantwortung eine neue Norm werden soll, dürfen Entscheidungen nicht mehr nur von wenigen Führungskräften getroffen werden.
    Nötige strukturelle Anpassungen :
    Flachere Hierarchien → Entscheidungen dezentralisieren
    Selbstorganisierte Teams mit Entscheidungsfreiheit
    Agile Leadership → Führung als Coach statt als Kontrollinstanz

    Veränderungen in der Organisationsdesigns und -kultur notwendig sind, um auf dynamische Umweltbedingungen zu reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Tom Burns identifizierte zwei Idealtypen von Unternehmen: den mechanistischen Typ, der in stabilen Umgebungen operiert, und den organismischen Typ, der sich durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in instabilen Umfeldern auszeichnet. Burns stellte fest, dass mechanistische Unternehmen Schwierigkeiten haben, sich bewusst in Richtung eines organismischen Modells zu verändern, was auf die tief verwurzelten Strukturen und Prozesse zurückzuführen ist. Dieser Anpassungsprozess, bekannt als Isomorphie, kann durch Zwang, Nachahmung oder normativen Druck oder als partizipativer Prozess erfolgen.